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Sachsen

Wegen rechtsextremer Aktionen: CSD Bautzen sagt Aftershowparty ab

Der CSD Bautzen muss sein Angebot wegen rechtsextremen Gegenaktionen zusammenstreichen. Die Veranstalter*innen appellieren an Teilnehemde, nur in Gruppen anzureisen.


Blick auf die Altstadt von Bautzen (Bild: IMAGO / CHROMORANGE)

Der CSD im ostsächsischen Bautzen hat wegen der Bedrohungslage durch Rechtsextreme eine nach der Pride-Demo am Samstag geplante Aftershowparty abgesagt. "Wir haben in der Kürze der Zeit nicht die Ressourcen, die Sicherheit so aufzustellen, allen Teilnehmenden eine sichere Veranstaltung gewährleisten zu können", erklärte Mitorganisator Jonas Löschau gegenüber dem MDR. In der 38.000 Einwohner*­innen zählenden Stadt in der Oberlausitz findet der CSD dieses Jahr zum zweiten Mal statt.

Ein Anlass für die Absage sind zwei rechtsextreme Gegendemonstrationen. Die Neonazi-Gruppierung "Freie Sachsen" hatte etwa eine Veranstaltung mit bis zu 50 Teilnehmenden unter dem Motto Vater, Mutter, Kinder – Für den Schutz der traditionellen Familie. Nein zum CSD" angemeldet. Eine weitere Demo trägt das Motto "Gegen Genderpropaganda und Identitätsverweigerung!!!", die laut der "Sächsischen Zeitung" von einem Rechtsextremisten aus Bautzen organisiert wird. Er meldete bis zu 200 Personen an.


Über Telegram werben die "Freien Sachsen" für ihre Gegendemo

"Nicht alleine kommen"

Angesichts dieser Lage ruft Mitorganisator Jonas Löschau die CSD-Teilnehmenden dazu auf, auf die eigene Sicherheit zu achten: "Bei der An- und Abreise sollte man darauf achten, dass man nicht alleine kommt, sondern in Gruppen unterwegs ist", sagte er. Erst vor wenigen Tagen hatte auch der CSD im sächsischen Burgenlandkreis die Teilnehmenden wegen rechtsextremer Bedrohungslage aufgefordert, nur in Gruppen anzureisen (queer.de berichtete). Löschau betonte jedoch, dass die CSD-Demo selbst gut von der Polizei abgesichert sein werde.

Oberbürgermeister Karsten Vogt (CDU) scheint unterdessen weniger die Bedrohungslage zu interessieren als die Sorge, dass seine Stadt einen "braunen Stempel" aufgedrückt bekomme, wie er im MDR erklärte. Dies Neo-Nazis seien in Bautzen "nicht die Masse der Bevölkerung", betonte der Christdemokrat. Allerdings war die rechtsextreme AfD bei der Kommunalwahl im Juni stärkste Partei in Bautzen geworden.

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CSD-Route ist geheim

Die CSD-Demo in Bautzen startet am Samstag um 14 Uhr an der Maria-und-Martha-Kirche. Die genaue Route ist aber – aus Furcht vor Rechtsextremen – nicht bekanntgegeben worden. (cw)

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