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Olympiasportlerin bricht ihr Schweigen
Lin Yu-ting über Trans-"Vorwürfe": "Mich stört nicht, was die Hater sagen"
Boxerin Lin Yu-ting äußert sich erstmals über die Kontroverse um ihre Geschlechtsidentität. Es sei natürlich ärgerlich, "wenn man manche Äußerungen liest".

Lin Yu-ting kann am Samstag olympisches Gold gewinnen (Bild: Screenshot CNA)
- 9. August 2024, 13:54h 2 Min.
Die taiwanische Boxerin Lin Yu-ting zeigt in einem Interview kein Verständnis dafür, dass ihr transfeindliche Aktivist*innen wie die britische Autorin J.K. Rowling vorwerfen, keine "echte" Frau sondern trans zu sein – und deswegen einen sportlichen Vorteil zu haben. "Natürlich ist es ärgerlich, wenn man manche Äußerungen liest. Ich kann aber nicht kontrollieren, was andere sagen", sagte die 27-Jährige im Gespräch mit dem taiwanischen Sender CNA.
"Mich stört nicht, was die Hater sagen. Wo waren die denn während der Asienspiele?", fragte die Sportlerin. Damit spielt sie darauf an, dass sie bei der Kontinentalmeisterschaft 2018 in Indonesien die Bronzemedaille gewann und 2022 in China sogar die Goldmedaille – beide Male gab es keinerlei Infragestellung ihres Geschlechtes.
"Dann sage ich ihnen, dass ich eine Frau bin"
Wegen ihres unkonventionellen Aussehens wurde schon in der Vergangenheit ihr Geschlecht angezweifelt, so Lin weiter: "Manchmal, wenn ich auf die Toilette gehe, werde ich gefragt: 'Ist das die richtige?' Dann sage ich ihnen, dass ich eine Frau bin." Sie sehe es nicht als ihre Verantwortung an, auf die Vorurteile anderer einzugehen.
Lin steht – wie auch die algerische Boxerin Imane Khelif – im Zentrum der Debatte, weil die beiden vergangenes Jahr bei den Weltmeisterschaften des Verbandes IBA wegen eines angeblich nicht bestandenen Geschlechtstests disqualifiziert wurden. Die IBA – ein von Russland kontrollierter Verband, der wegen Korruption aus dem IOC ausgeschlossen wurde – beharrt allerdings auf ihrer Darstellung, allerdings wurden die angeblichen Tests nie veröffentlicht.
Dazu Lin im Interview: "Schließlich haben wir bewiesen, dass er [der IBA-Test] falsch war, und das Verfahren keinen Standards entsprach. Aber es gab trotzdem Aufruhr. Ich frage mich, ob sie absichtlich hinter mir her waren. Ich war verwirrt. Es war irgendwie lächerlich."
Lin steht am Samstag im Olympia-Finale und hat die Chance, in ihrer Gewichtsklasse die Goldmedaille zu holen. Bei einem Sieg würde sie vom taiwanischen Verband eine Prämie von 550.000 Euro sowie eine monatliche Zahlung von 3.700 Euro erhalten. Bereits am Freitagabend kämpft Imane Khelif ebenfalls um die Goldmedaille. (cw)














