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Sachsen

Rechte Proteste: Großer Polizeieinsatz beim CSD Bautzen

Im ostsächsischen Bautzen findet der Christopher Street Day praktisch unter Polizeischutz statt. Grund ist die Ankündigung rechter Proteste.


Archivbild: Der CSD Bautzen findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt (Bild: csd_bautzen / instagram)
  • 10. August 2024, 09:40h 2 Min.

Wegen möglicher rechtsextremer Störaktionen startet der Demonstrationszug zum Christopher Street Day (CSD) im ostsächsischen Bautzen unter einem großen Polizeiaufgebot. Nach einer Lagebewertung seien entsprechende Polizeikräfte vor Ort, sagte eine Polizeisprecherin am Morgen auf Anfrage.

Zum zweiten CSD-Umzug werden ab 14 Uhr rund 500 Menschen in Bautzen erwartet. Zugleich ist eine queer­feindliche Demonstration gegen den CSD unter dem Motto "Gegen Gender-Propaganda und Identitätsverwirrung!!!" geplant. Dazu sind bis zu 400 Personen angemeldet worden.

Auch die rechtsextreme Kleinstpartei Freie Sachsen hat einen Protest mit 30 bis 50 Teilnehmenden angekündigt. "Ziel des Polizeieinsatzes ist ein störungsfreier Ablauf der Veranstaltungen", betonte die Polizeisprecherin. Zur Anzahl der eingesetzten Kräfte machte sie keine Angaben.

Abschlussparty aus Sicherheitsgründen abgesagt

Zuvor hatten die CSD-Veranstalter*innen eine geplante Abschlussparty abgesagt – nach eigenen Angaben aus Sicherheitsgründen (queer.de berichtete). "Wir können dafür keine Verantwortung tragen und haben aktuell nicht die nötigen Ressourcen, um diese Veranstaltung entsprechend abzusichern und zu schützen", hatte CSD-Mitorganisator Jonas Löschau der "Freien Presse" mit Blick auf die geplanten Demonstrationen rechter Gruppen gesagt.

Löschau, der für die Grünen sowohl im Stadtrat als auch im Kreistag Bautzen sitzt, hatte den CSD-Teilnehmer*innen empfohlen, bei der An- und Abreise nur in Gruppen in der Stadt unterwegs zu sein.

Sachsens Justizministerin erschüttert

Die sächsische Justizministerin Katja Meier sagte, es mache sie fassungslos, dass eine Veranstaltung aufgrund der angespannten Sicherheitslage und der starken rechtsextremen Mobilisierung abgesagt werden müsse. "Hass und Hetze gegen queere Personen sind Ausdruck menschenfeindlicher Ideologien, die keinen Platz in unserer Gesellschaft haben", betonte die Grünen-Politikerin.

Queer.de ist mit zwei Reporter*innen beim CSD Bautzen vor Ort. Ein ausführlicher Bericht folgt. (cw/dpa)

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