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Mecklenburg-Vorpommern
Neubrandenburg: Erneut Regenbogenfahne durch Nazi-Fahne ersetzt
Unbekannte sorgen in der rechtsextremen Hochburg Neubrandenburg für Aufregung: Wie im letzten Jahr entfernten sie eine Regenbogenfahne und hissten dafür eine Fahne mit verfassungsfeindlichen Symbolen.
- 13. August 2024, 09:33h 2 Min.
Am Dienstagmorgen ist die Polizei in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) darüber informiert worden, dass an einem Mast am Bahnhofsvorplatz der 64.000 Einwohner*innen zählenden Stadt eine Flagge mit verfassungsfeindlichen Symbolen angebracht wurde. Die Beamt*innen des Polizeihauptreviers fuhren gegen 8:40 Uhr zum Bahnhofsvorplatz und konnten nach eigenen Angaben den Hinweis bestätigen.
Eine dort vorher gehisste Regenbogenflagge sei durch unbekannte Täter entwendet und die verfassungsfeindliche Flagge angebracht worden. Laut dem "Nordkurier" handelte es sich dabei um eine Hakenkreuzfahne. Die neue Flagge sei durch die Polizeikräfte abgenommen und sichergestellt worden. Es wurde eine Anzeige wegen des Verwendens verfassungswidrigen Kennzeichen gegen unbekannt gefertigt.
In diesem Zusammenhang bittet die Polizei um Unterstützung aus der Bevölkerung. Wer etwas im vermutlichen Tatzeitraum von Montagabend bis Dienstagfrüh gesehen hat, soll sich unter (0395) 5582-5224 melden.
Die Stadtverwaltung teilte mit, dass die Aktion einen Angriff auf die Grundwerte der Bundesrepublik Deutschland darstelle: "Das Hissen einer Hakenkreuzfahne ist nicht nur ein Straftatbestand, sondern auch ein abscheuliches Symbol für eine menschenverachtende Ideologie, die in unserer Gesellschaft keinen Platz hat", heißt es in der Mitteilung. Die Stadt werde weiterhin für eine offene, vielfältige und freiheitliche Gesellschaft eintreten.
Bereits letztes Jahr Nazi-Fahne in Neubrandenburg gehisst
Bereits letztes Jahr hatten Unbekannte in Neubrandenburg eine Regenbogenfahne durch eine nationalsozialistische Flagge ersetzt (queer.de berichtete). Der offen schwule Bürgermeister Silvio Witt (parteilos) zeigte sich nach der Attacke entsetzt und sprach von einem "Tabubruch" (queer.de berichtete).
Neubrandenburg gilt als rechtsextreme Hochburg: Bei den Kommunalwahlen im Juli wurde die AfD stärkste Kraft. Auch kleinere Gruppierungen machen Stimmung insbesondere gegen queere Menschen, darunter die Wählervereinigung "Stabile Bürger Neubrandenburg", die den Oberbürgermeister wiederholt wegen seiner sexuellen Orientierung attackiert hat (queer.de berichtete). Gegen den Anführer dieser Gruppe fand im Mai eine Razzia wegen des Verdachts auf Volksverhetzung statt (queer.de berichtete). (cw)
















