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Paris
Imane Khelifs Klage wegen Cybermobbings erwähnt auch Elon Musk und J.K. Rowling
Imane Khelif macht ernst – und geht in Frankreich gegen Hasstiraden in sozialen Medien vor. Dabei erwähnt sie auch Rädelsführer*innen aus dem Ausland. Sogar queerfeindliche CDU-Politiker könnten belangt werden.

Die britische Schriftstellerin J.K. Rowling verbreitete in den letzten beiden Wochen viele Unwahrheiten über Imane Khelif – und soll deshalb zur Rechenschaft gezogen werden (Bild: IMAGO / UPI Photo)
- 14. August 2024, 08:54h 3 Min.
Die algerische Boxerin Imane Khelif hat in Paris eine Klage wegen Cybermobbings während der Olympischen Spiele eingereicht. Darin werden auch "Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling und Multimilliardär Elon Musk namentlich erwähnt, bestätigte nun Khelifs Anwalt Nabil Boudi gegenüber "Variety".
Khelif war, ebenso wie die taiwanische Boxerin Lin Yi-ting, während der Olympischen Spiele vorgeworfen worden, trans oder ein verkappter Mann zu sein. Die Gerüchte stammen aus einem offenbar von Russland, das von der Olympiade ausgeschlossen worden war, gelenkten und vom IOC nicht anerkannten Boxverband (queer.de berichtete). Die beiden Sportlerinnen wurden dann in sozialen Medien als gewalttätige Männer dargestellt, die eine Freude daran hätten, Frauen zu verprügeln.
Die Klage wurde laut Boudi gegen Musks Social-Media-Portal X (früher Twitter) eingereicht. Dabei solle die Staatsanwaltschaft "gegen wen sie es für notwendig hält" ermitteln, sagte Anwalt Boudi, "einschließlich derer, die hasserfüllte Botschaften unter Pseudonym verbreitet haben". Rowling und Musk seien zwar namentlich genannt worden, allerdings könne beispielsweise auch gegen den amerikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump ermittelt werden, der ebenfalls gegen Khelif gehetzt hatte.
Khelif, die in ihrer Gewichtsklasse die Goldmedaille gewinnen konnte, war von Rowling und Musk massiv attackiert worden. Rowling teilte etwa ihren mehr als 14 Millionen Follower*innen mit, dass Khelif ein Mann sei, "der es genießt, wenn Frauen, denen er gerade ins Gesicht geschlagen hat, leiden". Musk veröffentlichte den Satz einer transphoben Aktivistin ("Männer gehören nicht in Frauensport") mit einem Bild von Khelif und schrieb dazu: "Volle Zustimmung".
Khelif von CDU-Mann als "kranker Mann" diffamiert
Anwalt Boudi erklärte, dass die Klage zwar in Frankreich eingereicht worden sei, aber auch Persönlichkeiten im Ausland belangt werden könnten. Die französische Justiz arbeite im Bereich des Cybermobbings mit Behörden anderer Länder zusammen. Das könnte auch transphobe Prominente aus Deutschland treffen: So hat der Chef der Jungen Union, Johannes Winkel, Khelif etwa als "offenbar kranken Mann" diffamiert (queer.de berichtete). Zwar hat Winkel seinen Beitrag inzwischen gelöscht, aber Boudi betonte, dass diese Personen auch dann belangt werden könnten, da sie diese Unwahrheiten und Beleidigungen in die Welt gesetzt hatten. Im Extremfall könnten dann Gefängnisstrafen drohen.

Auch andere Politiker*innen von Union und AfD machten aus ihrem Hass gegen Imane Khelif kein Geheimnis, so auch der queerfeindliche CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß
Rowling und Musk machen seit Jahren Stimmung gegen trans Menschen. Rowling wirft insbesondere trans Frauen gerne vor, Sexualstraftäter zu sein (queer.de berichtete). Musk zeigt sich insbesondere über die Trans-Identität seiner Tochter Vivian Jenna Wilson empört – und erklärte, sie sei von einem "woken Gedankenvirus" und eigentlich schon tot (queer.de berichtete). (dk)
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