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Kurioser US-Wahlkampf
Angebliche Drag-Bilder von Trump-Vize bringen Republikaner in Verlegenheit
J.D. Vance und Co. können nicht oft genug betonen, dass sie Dragqueens für gefährlich halten. Doch jetzt sind Drag-Fotos aus seiner Studienzeit aufgetaucht.

J.D. Vance macht heute Stimmung gegen Dragqueens, als Student mochte er aber offenbar selbst gerne Frauenkleider (Bild: X / Alex Cole)
- 14. August 2024, 12:13h 3 Min.
In den letzten Tagen sind in sozialen Medien zwei angebliche Bilder des republikanischen Vizepräsidentschaftskandidaten J.D. Vance in Frauenkleidern aufgetaucht. Sie sollen 2012 während Vances Jura-Studium an der Yale-Universität entstanden sein.
Das erste Bild zeigt den jetzt 40-jährigen Vance mit blonder Perücke, Schmuck und Lidschatten. Es war ursprünglich am Sonntag von Podcaster Matt Bernstein veröffentlicht worden, der es von einem Ex-Kommilitonen von Vance erhalten hatte. Im zweiten Bild zeigt sich die angebliche Vance-Dragqueen in Pose. Die Trump-Kampagne hat bislang noch nicht auf die Bilder reagiert. Nutzer*innen halten das Bild daher für authentisch, da es sonst ein Dementi gegeben hätte.
Die eigentlich harmlosen Bilder sind in den USA ein Politikum, da die Republikaner in den letzten Jahren Stimmung gegen LGBTI-Rechte gemacht haben und dabei teilweise Dragverbote beschlossen haben, die ein Bundesrichter allerdings letztes Jahr für verfassungswidrig erklärt hatte (queer.de berichtete). Da der Supreme Court derzeit von den Republikanern kontrolliert wird, könnte dieses Höchstgericht die Entscheidung allerdings revidieren.
/ HeyItsLiamHere's the thing. The fact that there is an irrefutable undeniable photo of J.D. Vance in drag is not funny. The fact that he is duty bound by his own party platform to deny himself basic human rights is pretty great.https://t.co/iT3lcMtkqy
Subscribe to my Substack at WriteLiam.com (@HeyItsLiam) August 14, 2024
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In seinen 18 Monaten als US-Senator hatte Vance bereits an die Spitze der queerfeindlichen Republikaner-Bewegung gesetzt. So sprach er sich gegen die Ehe für alle aus und brachte einen transphoben Gesetzentwurf ins Parlament ein, der laut der LGBTI-Organisation GLAAD "voller Lügen" ist. Der Entwurf trägt den euphemistischen Titel "Protect Children's Innocence Act" (Gesetz zum Schutz der Unschuld von Kindern). Damit sollen Behandlungen von trans Jugendlichen mit Haftstrafen von bis zu 15 Jahren geahndet werden. Außerdem soll der Gesetzentwurf verbieten, dass öffentliche Fördermittel für Drag-Shows verwendet werden dürfen.
Kritik an Vances "Heuchelei"
LGBTI-Aktivist*innen warfen Vance nun "Heuchelei" vor. Brandon Wolf von der Human Rights Campaign erklärte etwa: "Das amerikanische Volk hat die Heuchler satt, die allen anderen erzählen wollen, was sie lesen dürfen, was sie anziehen dürfen und wer sie sein dürfen", so Wolf. Er rief die Partei auf, ihren Kulturkampf gegen homosexuelle, trans und andere queere Menschen zu beenden.
/ Brodie_Dog | Ups! Vance hat sich während der Unizeit offenbar auch als Kommunist verkleidet – also als jemand, den die Republikaner genauso sehr wie Dragqueens hassenSo Vance has now been in drag and dressed up as a communist.
Lorenna bipolarlioness Cleary (@Brodie_Dog) August 11, 2024
What a great, totally not controversial, VP pick for the Christian Right. pic.twitter.com/YOOQ0ZdFj8
Vance gilt als äußerst flexibel mit seinen politischen Einstellungen. So bezeichnete er vor acht Jahren Donald Trump noch als "zynisches Arschloch" und als "Amerikas Hitler". Inzwischen lobt er Trump in höchsten Tönen.
Die Sehnsucht nach Dragverboten gibt es nicht nur in den USA, sie hat auch bereits deutsche Konservative erreicht: So forderten Teile der CSU letztes Jahr Auftrittsverbote für Dragqueens (queer.de berichtete). Der Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger, der stellvertretende Ministerpräsident von Bayern, warf Dragqueens gar pauschal vor, eine Gefahr für Kinder darzustellen (queer.de berichtete). (dk)














