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Wolf Biermann

"Echte Braune und falsche Rote verachten die Regenbogen­farben der Demokratie"

Wolf Biermann warnt davor, dass sowohl die Partei von Björn Höcke als auch jene von Sahra Wagenknecht nichts von den "Regenbogenfarben der Demokratie" halten.


Wolf Biermann im März auf der Leipziger Buchmesse (Bild: IMAGO / serienlicht)
  • 15. August 2024, 07:25h 2 Min.

Liedermacher Wolf Biermann hat in einem "Zeit"-Interview (Bezahlartikel) die beiden Parteien AfD und BSW als Erben der beiden letzten deutschen Diktaturen bezeichnet. Beide Parteien würden die "Regenbogenfarben der Demokratie" verachten, sagte der ehemalige Dissident, der wegen seiner kritischen Äußerungen in den Siebzigerjahren aus der DDR ausgebürgert worden war.

Konkret erklärte Biermann die derzeitigen Umfrageerfolge der beiden Parteien in Ostdeutschland mit einer bestimmten Sozialisation der Bevölkerung: "Die, die zu feige waren in der Diktatur, rebellieren jetzt ohne Risiko gegen die Demokratie", so der 87-Jährige. "Den Bequemlichkeiten der Diktatur jammern sie nach, und die Mühen der Demokratie sind ihnen fremd. Und ihre Scham zerfrisst ihr Selbstwertgefühl. Ihr altes Leben verklären sie und wählen AfD oder die neue Firma von Sahra Wagenknecht." Wagenknecht und Höcke seien das "politische Brautpaar der Stunde", so Biermann weiter. "Da wächst in der Ex-DDR zusammen, was zusammengehört: die Erben des Hitlerschen Nationalsozialismus und des Stalinschen Nationalkommunismus."

Auf die Frage, ob die Bezüge zu Stalin und Hitler nicht zu krass seien, antwortete Biermann: "Die blaue AfD und die falschen Roten von Wagenknecht stehen beide aufseiten von Putin in diesem blutigen Ukrainekrieg. Echte Braune und falsche Rote verachten die Regenbogenfarben der Demokratie."

/ polenz_r
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Über Wagenknecht, die in den letzten Jahren aus ihrer Queerfeindlichkeit kein Geheimnis gemacht hatte, sagte Biermann: "Sahra Wagenknecht ist der anachronistische Kopf einer Personenkult-Partei. Das ist die typische Bauweise totalitärer Parteiapparate."

Der frühere Kommunist sagte in dem Interview auch, warum er die liberale Demokratie heute befürworte: "Ich habe mich nach der Ausbürgerung festgekrallt an eine dummkluge Äquidistanz: Ostdiktatur is scheiße, Westdemokratie is scheiße – und das heißt ja: Ich bin prima! Aber Ossi Biermann war gar nicht prima, sondern aus allen Angeln gehoben", so Biermann. "Ich begriff, dass eine unvollkommene Demokratie tausendmal besser ist als sogar eine vermeintlich kommode Diktatur." (dk)

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