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Interview
Warum Kevin Kühnert ungern Hand in Hand mit Partner geht
Homophobie ist aus Sicht von SPD-Politiker Kevin Kühnert immer noch weit verbreitet. In einem Interview erzählt er, welche Konsequenzen er für sein Privatleben zieht.

Auf Berlins Straßen ist Kevin Kühnert nicht Hand in Hand mit seinem Liebsten zu sehen (Bild: IMAGO / KreativMedia Press)
- 16. August 2024, 10:31h 2 Min.
Aus Sorge vor gewalttätigen Übergriffen würde SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert nach eigener Darstellung ungern mit seinem Partner Hand in Hand durch die Stadt gehen. "Wir selber haben immer noch diesen Hintergedanken, uns lieber zweimal umzugucken, lieber die Situation noch mal zu checken", sagte der 35-jährige Bundestagsabgeordnete aus Berlin im konservativen Nachrichtensender Welt. "Dass es diese Gewalt gibt, ist leider an Statistiken zu sehen, sie ist auch zuletzt gestiegen." Homophobie sei eine Wirklichkeit in der Gesellschaft.
Zugleich sagte Kühnert, dass sich sein Partner bewusst aus der Öffentlichkeit heraushalte. "Dass ich einen Partner habe, habe ich schon mal irgendwo gesagt. Insofern verrate ich da kein Geheimnis. Aber es gibt keine Fotos, und dabei wird es auch bleiben", erläuterte Kühnert in dem Welt-TV-Interview.
"Mein Partner ist nicht ein Beiwagen von mir"
Sein Partner habe bewusst die Entscheidung getroffen, nicht Teil des öffentlichen Lebens zu sein. "Mein Partner ist nicht ein Beiwagen von mir, der sozusagen zur Präsentation in die Öffentlichkeit kommt, sondern er ist ein eigenständiger Mensch."
Kühnert hatte sich 2018 – damals war er noch Juso-Chef – als schwul geoutet (queer.de berichtete). 2022 sagte er, dass er einen Partner habe (queer.de berichtete).
Wegen seiner sexuellen Orientierung wird der Sozialdemokrat seit seinem Coming-out von Rechts attackiert. Im Mai bezeichnete der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt Kühnert etwa als "Warmduscher" (queer.de berichtete). Der Begriff wird seit Jahrzehnten für Männer verwendet, die subjektiv für schwächlich oder feige gehalten werden – wie auch das Wort "Schwuchtel" wird "Warmduscher" insbesondere als abwertender Begriff für Schwule verwendet. (dpa/dk)














