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USA
Schwuler Hochstapler: Santos drohen bis zu 22 Jahre Haft
Geständnis vor Gericht: Der Ende letzten Jahres aus dem US-Repräsentantenhaus geworfene Ex-Republikaner George Santos hat sich am Montag des Betrugs und Identitätsdiebstahls schuldig bekannt.

George Sansos auf dem Weg zu einem früheren Gerichtstermin am 13. August 2024 (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire)
- 20. August 2024, 03:48h 3 Min.
Der aus dem US-Repräsentantenhaus geworfene frühere republikanische Abgeordnete George Santos hat sich des Betrugs und Identitätsdiebstahls schuldig bekannt. Richterin Joanna Seybert ordnete am Montag (Ortszeit) in Central Islip im Bundesstaat New York an, dass Santos mehr als 370.000 Dollar (etwa 334.000 Euro) Schadenersatz zahlen muss. Dem 36-Jährigen drohen zudem mindestens zwei und maximal 22 Jahre Haft. Das Strafmaß soll erst am 7. Februar 2025 verkündet werden.
Santos habe "gelogen, er hat gestohlen und er hat Menschen betrogen", sagte Staatsanwalt Breon Peace vor Reporter*innen. Santos entschuldigte sich bei seinen früheren Wählern und sagte, er habe "unethische" Entscheidungen getroffen. "Ich bedauere mein Verhalten und den Schaden, den es verursacht hat, zutiefst und übernehme die volle Verantwortung für meine Handlungen", las der schwule Ex-Politiker aus einer vorbereiteten Erklärung vor.
Immer neue Lügen und Falschangaben
Santos war bei den als Midterms bekannten Zwischenwahlen im vergangenen Jahr für einen New Yorker Wahlkreis in das Repräsentantenhaus gewählt worden. Er war damit die erste offen homosexuelle Person der Republikaner, die als solche erstmals in den Kongress gewählt wurde (zwei frühere Abgeordnete hatten nach einem Coming-out oder Outing in ihrer Amtszeit eine Wiederwahl geschafft). Der Anhänger von Ex-Präsident Donald Trump zeigte sich allerdings nicht als progressive Stimme, sondern als Verschwörungstheoretiker oder Gegner von Abtreibungen.
Nach der Wahl gab es immer neue Enthüllungen über teils haarsträubende Falschangaben des Politikers unter anderem über seine Hochschulbildung, seinen Berufsweg, seine Familie und seine Religion (queer.de berichtete). So dichtete Santos sich einen Abschluss von einer Elite-Universität und eine erfolgreiche Hochschul-Volleyballkarriere an und behauptete fälschlicherweise, für die Investmentbank Goldman Sachs und den Bankenkonzern Citigroup gearbeitet zu haben.
Im Mai 2023 wurde Santos von der Bundesjustiz unter anderem wegen Betrugs, Geldwäsche, des Diebstahls öffentlicher Gelder und falscher Angaben gegenüber dem Repräsentantenhaus angeklagt. Im Oktober wurde die Anklage unter anderem um Identitätsdiebstahl im Zusammenhang mit der Entwendung von Wahlkampfmitteln ausgeweitet (queer.de berichtete).
Wahlkampfmittel für Botox-Behandlungen ausgegeben
Mitte November 2023 erhob der Ethikausschuss des Repräsentantenhauses in einem Bericht schwere Vorwürfe gegen Santos (queer.de berichtete). In dem Bericht heißt es, es gebe "hinreichende Beweise" dafür, dass Santos gegen das Strafrecht und andere Regeln verstoßen habe. "Der Abgeordnete Santos hat auf betrügerische Art versucht, jeden Aspekt seiner Kandidatur für das Repräsentantenhaus für seinen eigenen persönlichen finanziellen Profit auszunutzen."
Der Politiker mit brasilianischen Wurzeln soll unter anderem Wahlkampfmittel für den Kauf von Luxusartikeln des Modehauses Hermès, für Casinobesuche, Wochenendausflüge und Botox-Behandlungen ausgegeben haben. Ende des vergangenen Jahres wurde Santos schließlich aus dem Repräsentantenhaus ausgeschlossen (queer.de berichtete). (cw/AFP)













