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"Mia san mia. Mia san queer. Mia gegen Rechts!"
CSU-Abgeordneter attackiert CSD Traunstein wegen Motto
Konrad Baur fühlt sich vom CSD-Motto in seiner Heimatstadt ausgegrenzt.

Der mit einer Frau verheiratete Konrad Baur fühlt sich von den queeren CSD-Organisator*innen diskriminiert (Bild: Connskill / wikipedia)
- 23. August 2024, 13:00h 2 Min.
Der CSU-Landtagsabgeordnete Konrad Baur hat den vierten CSD in seiner Heimatstadt Traunstein scharf kritisiert. Wie chiemgau24.de berichtet, empörte sich der 36-Jährige über das Motto der Veranstaltung "Mia san mia. Mia san queer. Mia gegen Rechts!", bei dem er sich als Konservativer offenbar selbst angesprochen fühlte. Der CSD in Traunstein findet am Samstag statt.
"Mit 'Mia gegen rechts' meint man doch eigentlich 'Mia gegen alles, was nicht ganz so links ist, wie wir selbst', traut es sich aber nicht, so deutlich auszusprechen", behauptete der Christsoziale. "Eine Veranstaltung, die also für Toleranz und Diversität werben möchte, kann deshalb nicht eine ganze Bevölkerungsschicht ausgrenzen, die einem anderen politischen Lager als man selbst angehört." Die Veranstalter*innen müssten sich "ernsthaft" die Frage stellen, "ob denn beim Traunsteiner CSD zum Beispiel auch ein konservativer Homosexueller mitlaufen dürfte, den man ja mit 'gegen Rechts' selbst ausgrenze", so Baur.
Baur: CSD stärkt die Extremisten
Der CSU-Politiker sieht dabei offenbar CSDs als Teil der vermeintlich ausschließlich "linken" Klima- und Demokratiebewegung: "Egal ob Fridays for Future, Klimastreik oder Demokratie retten – es sind doch nahezu immer die gleichen, die hier demonstrieren und eben auch immer: gegen Rechts", so Baur. "Wer nachhaltig nicht verstehen kann oder will, dass große Herausforderungen auch großen Konsens benötigen – von links liberal bis rechts konservativ – trägt nur weiter zur Spaltung in der Mitte bei und stärkt am Ende die Extremisten."
"Wer nicht verstehen kann oder will, dass große Herausforderungen auch großen Konsens benötigen – von links liberal bis...
Posted by Konrad Baur, MdL on Friday, August 23, 2024
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In Bayern ist die Beziehung zwischen der Regierungspartei CSU und den CSD-Vereinen schon länger zerrüttet. LGBTI-Aktivist*innen kritisieren etwa, dass Bayern das einzige deutsche Bundesland ist, das bislang nicht mit einem Landesaktionsplan Queerfeindlichkeit bekämpft. Zudem erlaubt das Bundesland, dass eine queerfeindliche Gruppe an staatlichen Schulen Sexualkunde-Kurse anbietet (queer.de berichtete). Dabei gäbe es im Land viel Handlungsbedarf: Die offizielle Zahl der gemeldeten Hassdelikte stieg im Freistaat zuletzt etwa dramatisch an (queer.de berichtete).
Wegen ihrer queerfeindlichen Politik schloss der CSD München (Motto: "Gemeinsam gegen Rechts") die Christsozialen im letzten und in diesem Jahr von der der CSD-Demo aus (queer.de berichtete). Grundlegende Voraussetzung für alle Teilnehmenden sei, so der CSD-Verein, dass sich teilnehmende Gruppen "für gleiche Rechte und gesellschaftliche Akzeptanz von allen queeren Menschen engagieren". (dk)














