https://queer.de/?50697
Datingshow
Bachelorette Stella: Thema Bisexualität braucht mehr Raum
Das gab's noch nie bei der "Bachelorette": Stella Stegmann ist die erste bisexuelle Rosenverteilerin im Amt. Das Geschlecht spiele für sie keine Rolle, sondern die Frage "Was ist das für ein Mensch?".

Stella Stegmann ist die erste bisexuelle Rosenverteilerin in der RTL-Datingshow "Die Bachelorette"
- 25. August 2024, 03:46h 4 Min.
Seit mehr als zehn Jahren schickt RTL die Bachelorette auf die Suche nach der Liebe. Doch bei der neuen Staffel, die am Montag, den 26. August 2024 startet, ist einiges anders. Erstens wird sie nicht mehr – wie bisher – im Free-TV, sondern nur noch auf dem Streaming-Portal RTL+ zu sehen sein. Und zweitens bekommen die männlichen Kandidaten im Kampf um die letzte Rose dieses Jahr ganz besondere Konkurrenz: nämlich weibliche.
Die neue Bachelorette Stella Stegmann ist die erste bisexuelle Rosenverteilerin im Amt. Mit ihrem Auftritt in der RTL-Datingshow will sie auch Aufklärungsarbeit leisten. "Ich finde es wichtig, dass das Thema Bisexualität noch mehr Raum bekommt", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Es gibt immer noch sehr viele homophobe und diskriminierende Kommentare und Menschen, die fragen: Warum müssen überall immer alle bunt sein. Und das zeigt, dass wir eben noch nicht so weit sind, wie wir manchmal denken."
Männer oder Frauen? – 50:50
Sie habe schon länger mit der Vorstellung geliebäugelt, bei der Show mitzumachen, sagt die 27 Jahre alte Münchnerin. "Jetzt ist auch das perfekte Timing für mich, weil ich kürzlich eine sehr prägende Beziehung hatte – meine erste Beziehung mit einer Frau. Sie war die erste Frau, in die ich mich überhaupt verliebt habe. Und so bin ich jetzt die erste bisexuelle 'Bachelorette'."
|
Und als solche macht sie sich in Thailand auf die Suche nach der perfekten Frau für sie – oder dem perfekten Mann. "Ich war da völlig offen, was Männer oder Frauen angeht – 50:50." Sie wollte sich demnach gar nicht auf das Geschlecht fokussieren, "sondern auf die Frage, was ist das für ein Mensch?" Eine nichtbinäre Person wurde von RTL offenbar nicht gecastet. Die Show ist längst abgedreht, was dabei rausgekommen ist, darf sie aber selbstverständlich nicht sagen.
Ihre Vorgängerin Sharon Battiste hat gerade erst nach einer kurzen Auszeit Instagram-wirksam mitgeteilt, dass sie und ihr 2022 in der damaligen Staffel Auserwählter wieder ein Paar sind – das einzige aller "Bachelorette"-Gewinnerpaare, das aktuell noch zusammen ist. Stegmann hatte nach eigenen Angaben Angst, dass sie selbst leer ausgehen könnte.
"Angst, dass ich mich gar nicht verliebe"
"Ich hatte Angst, dass ich mich gar nicht verliebe, dass da niemand für mich dabei ist, mit dem ich mir eine Zukunft aufbauen möchte", sagte Stegmann der dpa. "Ich hatte Angst, dass man vielleicht sich verliebt und die Gefühle nicht so erwidert werden und Angst, dass jemand freiwillig geht und mich das verletzt und auch Angst davor, dass die Menschen mich verurteilen dafür wie ich bin und dass ich die heteronormative Struktur infrage stelle. Aber Hoffnung und die Vorfreude überwogen."
Insgesamt 20 Kandidat*innen hoffen in der Show auf die letzte Rose – und sicher auch auf Aufmerksamkeit und neue Follower*innen auf Instagram und Co.
|
"Sicher, dass da reale Gefühle entstehen"
"Man liest ja immer wieder Kommentare, dass alle das für fame machen, und sicher spielt da bei jedem der Gedanke mit, dass er in die Öffentlichkeit auch möchte, aber bei jeder und jedem Einzelnen ist diese Hoffnung sehr, sehr groß, dass man dort Liebe findet", sagt Stegmann. "Und auch wenn man primär erstmal sagt, ich will bei der Show mitmachen, ist auch die ganze Zeit dieser Gedanke da: Ich finde da vielleicht die Liebe meines Lebens. Ich bin mir da ganz sicher, dass da reale Gefühle entstehen. Diese Vorwürfe, dass alles nur für Klicks gemacht wird, ist kompletter Quatsch."
Sie habe kein Problem damit, sich bei dem Versuch, die Liebe zu finden, filmen zu lassen, sagte sie: "Ich kann verstehen, dass das Verlieben für viele ein privater Vorgang ist, aber ich hab keine Probleme damit, meine Emotionen zu zeigen, mich sozusagen nackt zu machen. Und ich freu mich, wenn meine Geschichte vielleicht den ein oder anderen mitreißt."
Dass die neue Staffel der Datingshow erstmals nicht mehr im linearen Fernsehen ausgestrahlt, findet die 27-Jährige eher positiv: "Da ist ja die Zielgruppe. Ich besitze seit acht Jahren überhaupt kein lineares TV mehr. Und offenbar ist die Bachelorette so ein starkes Format, dass man davon ausgeht, es zieht noch mehr Menschen zu RTL+." (cw/dpa)
Links zum Thema:
» Mehr Infos zur Datingshow
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de
20:15h, arte:
Close
Einfühlsamer Film von Lukas Dhont über die beiden 13-jährigen Jungs Leo und Rémi, die nach dem Wechsel auf eine höhere Schule Opfer homophober Häme mit katastrophalen Folgen werden.
Spielfilm, B/F/NL 2022- 2 weitere TV-Tipps »















