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Sänger von Die Prinzen

Krumbiegel: "Hasso – Mein Hund ist schwul": "Wir haben damals mit Ressentiments gespielt"

Der Sänger der Band Die Prinzen erläutert, warum "Hasso – Mein Hund ist schwul" nicht mehr aufgeführt wird – und was er von linkem Antisemitismus und der AfD hält.


Sebastian Krumbiegel im März bei der Leipziger Buchmesse (Bild: Steffen Prößdorf / wikipedia)
  • 26. August 2024, 09:32h 3 Min.

Sebastian Krumbiegel, der Sänger der Musikgruppe Die Prinzen, hat in einem "Stern"-Interview beschrieben, warum die Band das Lied "Hasso – Mein Hund ist schwul" nicht mehr aufführt. "Wir haben damals mit Ressentiments gespielt. Das war null homophob gemeint", so der 58-Jährige. "In den letzten Jahren bin ich dann aber mehrfach darauf angesprochen worden, dass das bei dem einen oder anderen so ankommt."

Dann habe die Band intern diskutiert – und sei nicht einer Meinung gewesen, "weil es eben auch das Argument gab, dass es doch niemals homophob gemeint war und wir uns doch unseren Humor nicht verbieten lassen sollen. Aber schlussendlich singen wir es heute nicht mehr. Wir haben genug andere Lieder".

Der betroffene Song war 1999 auf dem Album "So viel Spaß für wenig Geld" erschienen. Dabei wird mit mehreren Klischees über schwule Männer gespielt. Das Lied fängt mit den Worten an: "Mein Hund ist schwul, die dumme Sau / Er macht nicht kläff, er macht nur wau / Er isst und trinkt, er wäscht und schminkt / Sich nur aus Puderdöschen / Trägt rosa Spitzenhöschen."

Bereits 2018 hatte LGBTI-Aktivist Johannes Kram vom Nollendorfblog den Song in seinem Buch "Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber" (Amazon-Affiliate-Link ) als homophob kritisiert. Danach hatte Krumbiegel gegenüber queer.de bestätigt, dass seine Band das Lied nicht mehr spielen werde. Kram lobte das Umdenken damals mit den Worten: "Ich bin ja manchmal nicht zimperlich mit meiner Kritik. Aber ich mache das ja nicht, um Recht zu haben, sondern um was zu verändern."

Krumbiegel beim Gendern "hin- und hergerissen"

Im "Stern" nahm Krumbiegel auch zum Thema Gendern Stellung – und rief dazu auf, mehr aufeinander zu hören: "Ich bin da hin- und hergerissen", sagte der Künstler. "Niemand kommt in Deutschland ins Gefängnis, wenn er nicht gendert. Aber es gibt Szenen, da wirst du sofort angekreischt, wenn du nicht genderst. In anderen Szenen wirst du gemieden, wenn du es tust. Ich verstehe beide Seiten. Aber wir sollten ruhig alle miteinander mehr aushalten."

Der linke Musiker übte außerdem auch Kritik an Teilen der Linken, weil sie etwa bei Judenhass kein Vorbild seien: "Gerade beim Thema Antisemitismus ist die linke Szene fürchterlich stumm. Was am 7. Oktober 2023 passiert ist, ist an Brutalität und Menschenfeindlichkeit nicht zu überbieten", so Krumbiegel zu dem Überfall der Hamas auf Israel, bei dem auf israelischer Seite mehr als 1.100 Menschen ermordet wurden. Darunter waren mehr als die Hälfte Zivilist*innen.

Dem Erfolg der rechtsextremen AfD führt Krumbiegel auf Abstiegsängste und Fehler von Groko und Ampel zurück. Als dritten Grund nannte er außerdem: "Propaganda haben Nazis immer schon gut gekonnt." (cw)

/ die_linke_th | Sebastian Krumbiegel: "Ich will keine Wahlempfehlung geben, aber es gibt echt gute Leute, die man wählen kann"

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