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Homosexualität "todeswürdig"
Evangelischer Hass-Pastor in Bremen erneut vor Gericht
Vor knapp fünf Jahren erklärte der Bremer Pastor Olaf Latzel Homosexualität für "todeswürdig" und eine "Degenerationsform von Gesellschaft". Diese Woche steht er für diese Äußerungen erneut vor Gericht.

Olaf Latzel beim letzten Prozess im Februar 2023 (Bild: IMAGO / Eckhard Stengel)
- 26. August 2024, 10:50h 2 Min.
Vor dem Landgericht in Bremen wird ab Mittwoch der inzwischen dritte Prozess gegen den evangelischen Pastor Olaf Latzel wegen menschenverachtender Äußerungen gegen queere Menschen beginnen. Dazu seien zunächst vier Verhandlungstage eingeplant, berichtete der Evangelische Pressedienst (epd). Zudem seien bislang "weder Zeugen noch Sachverständige eingeladen", so ein Gerichtssprecher. Der Ablauf des Verfahrens werde deshalb am Mittwoch erläutert. Es sei außerdem denkbar, dass es gegen eine Auflage eingestellt werde.
Das Verfahren geht auf eine queerfeindliche Tirade Latzels vom Oktober 2019 zurück (queer.de berichtete). Damals hatte sich der Pastor der St.-Martini-Gemeinde in einer "Biblischen Fahrschule zur Ehe" vor etwa 30 heterosexuellen Paaren abwertend gegenüber Homosexuellen, trans Menschen und CSD-Besucher*innen geäußert. In dem Seminar, das der Pastor der Bremer St. Martinikirche auch auf seinem Youtube-Kanal veröffentlichte, nannte er Homosexualität unter anderem "todeswürdig" und eine "Degenerationsform von Gesellschaft". Die Anerkennung von trans Menschen zerstöre ferner "unsere gesamte Zivilisation und Kultur". Darüber hinaus warnte er vor der angeblich mächtigen "Homolobby": "Überall laufen die Verbrecher rum vom Christopher Street Day. Der ganze Genderdreck ist ein Angriff auf Gottes Schöpfungsordnung, ist teuflisch und satanisch."
Erst Verurteilung, dann Freispruch, dann Aufhebung des Freispruchs
In erster Instanz hatte das Amtsgericht Bremen Latzel im November 2020 zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen (8.100 Euro) verurteilt (queer.de berichtete). Im Berufungsprozess wurde der 55-Jährige im Mai 2022 jedoch vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen (queer.de berichtete). Für das Landgericht Bremen waren damals die Positionen des Pastors im Grundsatz von der Religions- und Meinungsfreiheit gedeckt. Im Februar 2023 hob das Oberlandesgericht den Freispruch jedoch wegen Rechtsfehlern auf (queer.de berichtete).
Die evangelische St.-Martini-Gemeinde, die von Latzel trotz seiner Hassaufrufe weiterhin angeführt wird, veröffentlichte auf ihrer Website einen "Gebetsaufruf", um eine Verurteilung ihres Pastors zu verhindern: "Bitte beten Sie inständig für Pastor Latzel und seine Familie. Bitte beten Sie, daß (sic) das Verfahren ein gutes Ende nimmt oder der durch das Gericht vorgeschlagenen Einstellung gegen Auflage noch durch die Staatsanwaltschaft zugestimmt wird." Die Bremische Evangelische Kirche will erst nach Abschluss des Verfahrens eine Bewertung der "Todeswürdig"-Äußerungen durch ihren Pastor vornehmen und dann dienstrechtliche Schritte prüfen. (dk)














