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Nach Aufruf der Freien Wähler

CSD Solingen bleibt vorerst Klingenpride

Der CSD-Verein in Solingen hat Forderungen von rechts zurückgewiesen, den Namen Klingenpride wegen des Messeranschlags vom Freitag umgehend abzulegen.


Den CSD Solingen gibt es erst seit 2022 (Bild: Klingenpride Solingen)

  • 28. August 2024, 12:57h 2 Min.

Seit 2022 gibt es in Solingen einen CSD unter dem Namen Klingenpride. Damit wird daran erinnert, dass die Stadt seit Jahrhunderten international als Messerproduzent bekannt ist. Die Freien Wähler aus dem 40 Kilometer entfernten Köln forderten jedoch wegen eines mutmaßlich islamistischen Terroranschlags am Freitag beim "Festival der Vielfalt", den Pride umzubenennen. Bei dem Anschlag tötete ein 26-jähriger Syrer drei Menschen und verletzte acht weitere Personen. Der CSD-Verein wies die Forderung nach einer schnellen Umbenennung am Mittwoch zurück.


Solingen wirbt seit 2012 auf Ortseingangsschildern mit dem Begriff "Klingenstadt" (Bild: SolingenFan95 / wikipedia)

Ursprünglich hatten die Freien Wähler Köln am Montag in einer Presseerklärung die Namensänderung gefordert. "Auch wenn Solingen als Stadt der Messer einen international anerkannten Namen hat, kann angesichts der aktuellen Geschehnisse, so eine doppeldeutige Bezeichnung sicher nicht mehr verwendet werden", erklärte Torsten Illg, ein offen schwules ehemaliges Mitglied der Bezirksvertretung von Köln-Rodenkirchen. "Wir waren alle geschockt, als wir von dem Attentat erfuhren. Als Politiker ist man stets im Fokus von potentiellen Attentätern." Auch CSDs seien eine mögliche Zielscheibe für derartige Extremisten, so Ilg weiter. "Wir dürfen so etwas nicht auf die leichte Schulter nehmen und schon gar nicht den Eindruck erwecken, dass wir uns über ungewollte Wortspiele lustig machen."

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"Aber ist dies jetzt der richtige Zeitpunkt?"

Dem widersprach der Solinger CSD-Chef Patrick Baron am Mittwoch: "Die Frage, ob wir nun als Verein den Namen unserer Hauptveranstaltung, den 'Klingenpride' ändern müssen, wird sicherlich auch ein Thema sein, dass wir als Verein besprechen. Aber ist dies jetzt der richtige Zeitpunkt?", fragte der Aktivist. "Ist es auch im gesamtstädtischen Kontext der richtige Weg, dass wir dies für uns entscheiden? Wir glauben nicht. Hier sollten wir in den Dialog mit anderen Veranstaltern, als auch mit der Stadt treten. Wollen wir die Veranstaltung 'echt scharf', den 'Zöppkesmarkt' oder gar die 'Klingenstadt Solingen' und den 'Klingenlauf' ändern?"

Instagram / klingenpride | Nach dem Anschlag zeigte sich der CSD Solingen schockiert – und rief die Menschen auf zusammenzustehen
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Torsten Ilg war früher in rechtsextremen Kreisen unterwegs: So war er etwa einer der Gründungsmitglieder und Chef der "Homosexuellen in der AfD", die die queerfeindliche Politik der Partei stets rechtfertigte. Später wurde er Kommunalpolitiker für die Freien Wähler, die in Köln eine Splitterpartei sind – bei der letzten Stadtratswahl kam die Partei auf gerade einmal 0,6 Prozent. Ilg bediente sich in der neuen Partei weiterhin ausländerfeindlicher Klischees (queer.de berichtete). Er war 2021 auch Bundestagsdirektkandidat für die Freien Wähler (queer.de berichtete). In Sven Lehmanns Wahlkreis erreichte Ilg 0,7 Prozent der Erst- und 0,4 Prozent der Zweitstimmen. (dk)

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