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"Spiegel"-Interview

Jochen Schropp spricht über seine erste Liebe

Sechs Jahre nach seinem öffentlichen Coming-out plaudert "Big Brother"-Moderator Jochen Schropp über seine Teenagerzeit: Er wurde in Deutschland gemobbt, verliebte sich dann aber in einem Austauschjahr 9.000 Kilometer von zu Hause entfernt.


In den homophoben Neunzigern musste Jochen Schropp (li.) seine Homosexualität geheim halten – heute zeigt er sich dagegen vergnügt mit seinem Ehemann Norman (Bild: IMAGO / APress)
  • 28. August 2024, 13:41h 2 Min.

Schauspieler und TV-Moderator Jochen Schropp hat in einem "Spiegel"-Interview (Bezahlartikel) über sein Schüleraustauschjahr in den USA gesprochen – und dabei auch von seiner ersten Liebe erzählt. Schropp, der aus der Nähe von Gießen stammt, war Mitte der Neunzigerjahre ein Jahr lang Schüler im kalifornischen Visalia. Er bezeichnete die Zeit als "das beste Jahr meines Lebens".

"In gewisser Weise hat mir das Jahr meine Teenagerzeit gerettet. Ich wurde kurz vorher von drei unterschiedlichen Jungsgruppen gehänselt. Heute würde man wohl von Mobbing sprechen", so der 45-Jährige. "Ich war damals noch nicht geoutet, sie nannten mich Schwuchtel und spürten wahrscheinlich, dass mich das Wort traf." Er berichtete etwa von einem Vorfall, als er von anderen Schülern im Freibad unter Wasser gedrückt wurde, "dass ich dachte, ich ertrinke".

Zwar habe er Angst gehabt, dass das Mobbing in Amerika weitergehe. Allerdings ging Schropp dort erst richtig auf: "Der Drama-Club, bei dem ich sogar Vizepräsident war, hatte viele queere Mitglieder. Manche gingen offen damit um, bei anderen habe ich es geahnt. Und da habe ich mich einfach total wohlgefühlt", erinnerte er sich. "Ich habe mich damals direkt in meinen besten Freund verliebt, er war Präsident des Drama-Clubs. Wir haben sehr viel Zeit miteinander verbracht, auch wenn wir keine öffentliche Beziehung geführt haben, sondern eher im Geheimen. Da war ich das erste Mal verliebt."

"Geknutscht wurde in seinem Auto"

Auch in Kalifornien habe er seine sexuelle Orientierung damals verstecken müssen. Seine Gasteltern hätten etwa davon nichts gewusst. Das habe aber auch einen Vorteil gehabt: "Ich durfte damals keinen Mädchenbesuch allein mit geschlossener Tür bei mir auf dem Zimmer haben, bei Jungs war es etwas anderes." Er sei aber stets "megavorsichtig" gewesen. "Ich musste mich ja selbst erst einmal finden. Geknutscht wurde in seinem Auto nach Sonnenuntergang."

Schropp hatte sich 2018 als schwul geoutet (queer.de berichtete). 2022 heiratete er seinen Freund Norman (queer.de berichtete). (dk)