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"Ohne den faden Beigeschmack woker Vielfalt"
Jack Daniel's wird zum AfD-Getränk
Die AfD feiert den amerikanischen Whiskeyproduzenten Jack Daniel's, weil er sein "Anti-Weißen-Programm" beendet habe und auf Distanz zur Gleichbehandlung queerer Menschen gegangen ist.
- 30. August 2024, 10:31h 2 Min.
Die rechte Szene in Deutschland zeigt sich plötzlich entzückt über Jack Daniel's. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt erklärte etwa auf X (vormals Twitter): "Endlich wieder Jack Daniel's trinken[,] ohne den faden Beigeschmack woker Vielfalt und ideologiegetriebener Toleranz zu schmecken!? Das ist jetzt wieder möglich." Dazu veröffentlichte der Chef der AfD Sachsen-Anhalt ein Bild, das Jack-Daniel's-Flaschen neben drei Dragqueens zeigt.
Die Firma Brown-Forman hatte letzte Woche in einer E-Mail ihren Mitarbeitenden mitgeteilt, ihr Programm für Vielfalt, Gleichberechtigung und Inkusion (DEI) einzustellen und nicht am "Corporate Equality Index" der LGBTI-Organiation Human Rights Campaign (HRC) teilnehmen zu wollen (queer.de berichtete). Der Index zeigt an, wie engagiert sich das in den USA tätige Unternehmen bei der Gleichbehandlung von queeren Menschen zeigt – bislang hatte die Jack-Daniel's-Mutterfirma hier gute Werte, jetzt aber offenbar kein Interesse mehr an der Gleichbehandlung von queeren Mitarbeitenden.
AfD will weiße, heterosexuelle Männer schützen
Reichardt bezeichnete die bisherige Initiativen von Jack Daniel's als "Anti-Weißen-Programm gegenüber Mitarbeitern". Damit nahm er ein Argument von amerikanischen Konservativen auf, die jegliches Antidiskriminierungsprogramm als Angriff auf weiße, heterosexuelle Männer sehen. Weiter schrieb der 55-jährige Parlamentarier: "Endlich wieder ein Schritt in Richtung Lebensrealität. Es ist schön zu sehen, wenn sich Unternehmen wieder auf ihr Kerngeschäften konzentrieren und nicht versuchen auf einer politischen Welle zu schwimmen, die instabiler nicht sein kann."

Auch andere rechte Aktivist*innen oder Medien feierten die amerikanische Alkoholmarke. Das für seine queerfeindliche Hetze berüchtigte Portal "Nius" berichtete etwa über den Schritt von Jack Daniel's mit den Worten: "Die anti-woke Bewegung in den USA feiert einen weiteren Erfolg." Dazu teilte das Portal von Ex-"Bild"-Chef Julian Reichelt ein Bild, das eine Jack-Daniel's-Flasche neben der Regenbogenfahne zeigt.

Die rechtsextreme Wochenzeitung "Junge Freiheit" feierte in einem Kommentar das Ende des "woken Rausches" und erklärte: "Die linken Tränen würzen den Hochprozentigen." (cw)
















