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Freche Fragen
Warum Lutz van der Horst Interviews mit Politiker*innen reizen
Bei Gesprächen mit Politiker*innen mache es ihm Spaß, "die üblichen Floskeln aufzubrechen und ihnen eine ungewöhnliche Antwort oder Reaktion zu entlocken", sagt der queere "heute-show"-Reporter Lutz van der Horst.

Lutz van der Horst mit Bundesfinanzminister und FDP-Chef Christian Lindner (Bild: ZDF)
- 1. September 2024, 09:56h 2 Min.
Lutz van der Horst, der als Reporter der ZDF-Satiresendung "heute-show" oft freche Fragen an Politiker*innen stellt, hat nur einmal ein schlechtes Gewissen bekommen. "Eigentlich kann ich ganz gut einschätzen, wie weit man gehen sollte und wo die Grenze ist. Ich glaube, es kam nur ein einziges Mal vor, dass ich im Nachhinein dachte: 'Oh Gott. Was hast du denn da gefragt? Das war ja völlig daneben'", sagte der 49-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.
Diese Frage sei im fertigen Beitrag nicht zu sehen gewesen. "Aber ich werde jetzt auf keinen Fall sagen, was die Frage war und an wen ich sie gestellt habe."
Interviews mit Politiker*innen machten ihm nach wie vor großen Spaß. "Der Reiz besteht halt darin, die üblichen Floskeln aufzubrechen und ihnen eine ungewöhnliche Antwort oder Reaktion zu entlocken. Das ist eine Herausforderung, weil sie rhetorisch perfekt geschult sind."
Als Antwortgeber "entspannter"
Der schwule Fernsehmann aus Köln hat jetzt zusammen mit Komikerin Ilka Bessin ("Cindy aus Marzahn") den Podcast "Uns fragt ja keiner" gestartet. Dort beantworten die beiden jeden Freitag Fragen, die bereits anderen Prominenten gestellt wurden.
Für van der Horst sei das eine willkommene Abwechslung: "Wenn ich Fragen beantworte, bin ich deutlich entspannter, weil ich mich nicht vorbereiten kann. Bin ich derjenige, der die Fragen stellt, steckt dahinter meistens einiges an Arbeit, weil ich mich in das Thema einlese, mich über die Person informiere und mir schon im Vorfeld einige Fragen überlege."
Öffentliches Coming-out im Jahr 2010
Seine Homosexualität hatte Lutz van der Horst bereits 2010 in einem Interview mit einem Landesvorsitzenden der Partei Bibeltreuer Christen im Nebensatz erwähnt. Auch im jüngsten "heute-show Spezial" zu den Landtagswahlen in Ostdeutschland meinte der 49-Jährige: "Ich bin selber schwul oder queer. Ich habe den Überblick verloren – ich weiß nicht, wie es mittlerweile heißt" (queer.de berichtete). (mize/dpa)
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