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Neue Hassattacken
J.K. Rowling bezeichnet trans Paralympionikin als "Betrüger"
Nach den Hassattacken gegen vermeintlich trangeschlechtliche Olympionikinnen richtet sich der Hass nun gegen die Italienerin Valentina Petrillo, die erste trans Teilnehmerin bei den Paralympics.

Valentina Petrillo wird von transfeindlichen Feministinnen als Gefahr für "biologische" Frauen angesehen (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire)
- 3. September 2024, 08:48h 2 Min.
Valentina Petrillo ist am Montag in Paris ihr erstes paralympisches Rennen gelaufen, während ihr wegen ihrer Geschlechtsidentität eine Welle des Hasses entgegenschlägt: Die an Morbus Stargardt – einer seltenen Augenkrankheit – erkrankte Läuferin schied auf 400 Metern in der paralympischen Kategorie T12 im Halbfinale aus, wird aber noch auf 200 Metern antreten. Sie ist die erste offen trans Athletin, die bei den Paralympics aufläuft.
Nach dem verlorenen Lauf erklärte Petrillo, dass sie ihr bestes gegeben habe: "Ich bin ein bisschen niedergeschlagen, aber ich hoffe, mein Sohn ist stolz auf mich. Das ist mir wichtig, weil er einen trans Vater hat, nicht den Vater, von dem jeder träumt", sagte Petrillo nach ihrem Ausscheiden. Danach brach sie in Tränen aus.
Wiederholung der olympischen Empörungswelle
Um die Teilnahme der Athletin ist unterdessen ein Streit entbrannt, der an die Hassattacken gegen die – fälschlicherweise als trans bezeichneten – Olympionikinnen Lin Yu-ting und Imane Khelif erinnert. Khelif hat deswegen in Frankreich Klage wegen Cybermobbings eingereicht (queer.de berichtete).
Die britische Autorin J.K. Rowling bezeichnete Petrillo etwa in einem sarkastischen Beitrag auf X (früher Twitter) als "Betrüger". Wörtlich schrieb die für ihre Transphobie berüchtigte "Harry Potter"-Erfinderin: "Geoutete und stolze Betrüger wie Petrillo beweisen, dass die Ära vorbei ist, in dem Betrüger bloßgestellt werden." Sie rief dazu auf, den 2012 des Dopings überführten amerikanischen Radfahrer Lance Armstrong seine Medaillen zurückzugeben.

In der transphoben Frauenzeitschrift "Emma" wurde sogar angedeutet, dass sich Petrillo nur einer Geschlechtsanpassung unterzogen habe, um eine Medaille zu gewinnen. Wörtlich heißt es in dem Kölner Magazin: "Mit 45 entschied sich Petrillo, 'als Frau' zu leben und begann Hormone zu nehmen. Nun soll es ein internationaler Titel werden, eine olympische Medaille".

Petrillo hatte bereits seit 2020 an internationalen Frauen-Wettbewerben teilgenommen, weil sie laut dem Verband World Para Athletics alle Voraussetzungen erfüllte. So habe sie ihren Testosteronspiegel medikamentös so weit abgesenkt, dass sie den Grenzwert unterschritten habe. (cw)
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