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Polizeibericht
Berlin: Polizei nimmt Antänzer fest
- 6. September 2024, 10:53h 2 Min.
In der Nacht auf Freitag hat die Berliner Polizei einen mutmaßlichen Räuber in Friedrichshain-Kreuzberg festgenommen, der sein Opfer "angetanzt" haben soll. Mit Antanzen wird eine Form des Trickdiebstahls bezeichnet, bei dem das Opfer durch tänzelnde Bewegungen abgelenkt und von Tätern bestohlen wird.
Laut dem Polizeibericht fiel Polizeibeamten in Zivil kurz nach Mitternacht ein Mann auf, der in der Straße Vor dem Schlesischen Tor einen anderen Mann antanzte. Daraufhin legte er dem 27-Jährigen seinen Arm um den Hals, versuchte ihn in den Schwitzkasten zu nehmen, schlug ihm mit der Hand gegen die Brust und riss ihm dabei eine Kette vom Hals.
Die Einsatzkräfte nahmen die Verfolgung des flüchtenden Tatverdächtigen auf und nahmen ihn in der Nähe des Tatortes fest. Bei der Durchsuchung des 22-Jährigen wurde die entwendete Halskette gefunden und an den Besitzer zurückgegeben.
Der Tatverdächtige kam in Polizeigewahrsam, wo seine Personalien aufgenommen worden sind. Anschließend wurde er wieder entlassen wurde. Die Kriminalpolizei der Polizeidirektion 5 übernahm die weiteren Ermittlungen.
Das Phänomen des Antanztricks soll in London erstmals beobachtet worden sein, er ist seit 13 Jahren auch in deutschen Städten bekannt. Die Masche ist fast immer die selbe: Der Taschendieb tritt vermeintlich freundlich auf, begrüßt das Opfer überschwänglich, klatscht es ab und nimmt es in den Arm, um mit ihm zu tanzen. Diese Unachtsamkeit nutzt der Taschendieb oder ein Komplize aus, um Wertsachen zu entwenden. Objekte der Begierde von Straßenräubern sind in der Regel Smartphones, Uhren, Schmuck und mitgeführtes Bargeld. Bereits 2014 hatte die Polizei in NRW vor Antänzern in der Nähe von Schwulenkneipen gewarnt (queer.de berichtete). (cw)














