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Gefährliche Körperverletzung

Anklage in Berlin: Männer sollen Dating-Partner betäubt und ausgeraubt haben

K.o.-Tropfen werden bei Partys oder Verabredungen eingesetzt, um Menschen zu vergewaltigen oder auszurauben. Außer seelischer Belastung können die Opfer schwere körperliche Schäden erleiden.


Mit sogenannten K.o.-Tropfen werden immer wieder Online-Dater ausgeraubt (Bild: IMAGO / Depositphotos)

  • 6. September 2024, 11:19h 2 Min.

Zwei Männer aus Berlin sollen gezielt über eine schwule Dating-App Kontakte zu Männern in Prag hergestellt und diese dann in ihren Wohnungen betäubt und ausgeraubt haben. Gegen den 23-jährigen und den 27-jährigen Mann erhob die Staatsanwaltschaft Berlin nun Anklage wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung, wie mitgeteilt wurde.

Die beiden Männer sollen die Kontakte hergestellt und dann im Oktober 2021 nach Prag gereist sein. Der 27-Jährige präparierte demnach Getränke mit sogenannten K.o.-Tropfen. Der jüngere Mann soll mit diesen Getränken dann die Opfer in deren Wohnungen getroffen haben, um sie in ihrem betäubten Zustand auszurauben. Am 16. Oktober 2021 soll er einem 40-jährigen Mann so ein Handy geraubt haben.

Einen Tag später sollen die beiden Männer einem weiteren Opfer im Alter von 31 Jahren das Getränk mit K.o.-Tropfen verabreicht haben, woraufhin der Mann bewusstlos wurde und schwere gesundheitliche Schäden erlitt. Er musste später mehrere Wochen ins Krankenhaus und eine anschließende Reha besuchen. Dem Mann sollen die beiden Angeklagten ein Smartphone und einen Laptop im Wert von 2.348 Euro geraubt haben.

Lauterbach will K.o.-Tropfen verbieten

K.o.-Tropfen werden immer wieder als Mittel eingesetzt, um bei Online-Dates die Opfer zu betäuben und auszurauben. In Berlin steht deswegen derzeit ein 35-Jähriger vor Gericht, der zwei seiner Opfer auf diese Weise ausgeraubt haben soll – einer der Männer starb daran (queer.de berichtete). Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat erst kürzlich vorgeschlagen, den Verkauf von K.o.-Drogen zu verbieten (queer.de berichtete).

Als K.-o.-Tropfen werden verschiedene Arten von Drogen bezeichnet, etwa Ketamin, ein Narkosemittel aus der Tiermedizin, und GHB (Gammahydroxybuttersäure), umgangssprachlich Liquid Ecstasy genannt. Insbesondere in Schwulenclubs werden die Mittel in niedrigeren Dosierungen auch freiwillig als Partydrogen genommen. (dpa/cw)

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