https://queer.de/?50894
Ups!
Orbáns homophober Chef-Priester hatte Sex mit Männern
Priester Gergő Bese war eine Art Stargeistlicher des Orbán-Regimes – und betonte immer wieder, wie böse gleichgeschlechtliche Liebe ist. Jetzt kam heraus: Er vergnügt sich selbst gern mit Männern.

Gergő Bese war eine Art Stargeistlicher des Orbán-Regimes – jetzt muss er sich wohl einen neuen Job suchen (Bild: Youtube)
- 10. September 2024, 10:39h 2 Min.
Das ungarische Erzbistum Kalocsa-Kecskemét hat den 41-jährigen Priester Gergő Bese suspendiert, nachdem Gerüchte über dessen Homosexualität aufgekommen sind. Dies wäre eigentlich kaum weiter eine Meldung wert, wäre Bese nicht eine Art Stargeistlicher der rechtspopulistischen Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán. In den letzten Jahren hatte Bese dabei immer wieder seine Abneigung über Homosexuelle kundgetan und gleichzeitig zur Wahl von Orbán aufgerufen.
Das Oppositionsportal valaszonline.hu berichtete am Freitag, dass in Kreisen der Regierungspartei Fidesz ein Dossier über Bese kursiere, in dem es "Beweise" für dessen Homosexualität gebe. So soll er Sex mit Männern gehabt haben und auch bei Schwulenpartys anwesend gewesen sein.
Bese: "Man hat mich hintergangen"
Nach seiner Suspendierung gab Bese die gleichgeschlechtlichen Kontakte zu. Die "Schuld" dafür trage aber jemand anderes: "Man hat mich hintergangen, meine Naivität ausgenutzt und ich verlor meine gesunde Urteilskraft", so Bese. "Ich habe mein Priestergelöbnis verletzt, eine Sünde begangen."
Ungarns Oppositionsführer Péter Magyar erklärte auf Facebook, dass viele Menschen über die Heuchelei Beses empört seien: "Denn es war gerade er, der als Priester die auf den niederträchtigsten Instinkten und Hass beruhenden Narrative der Staatspartei verstärkte." In Ungarn könne aber jeder so leben, wie er wolle.
Bese hatte in den letzten Jahren immer wieder Stimmung gegen queere Rechte gemacht – in teils apokalyptischer Sprache. So sagte er erst vor wenigen Wochen: "Wenn die Homo-Ehe akzeptiert wird, macht das den moralischen Verfall unumkehrbar. Dadurch wird die Gesellschaft zerstört." Immer wieder zeigte er sich an der Seite von Orbán. Der Priester kam etwa jedes Jahr zu dessen Rede der Lage der Nation im priesterlichen Ornat.
Bereits 2020 gab es in der Orbán-Partei einen "Homosexuellen-Skandal": Der Fidesz-Europaabgeordnete József Szájer nahm 2020 in Brüssel an einer schwulen Sexparty teil, die gegen die damaligen Corona-Richtlinien verstieß (queer.de berichtete). Orbán zeigte sich danach über seine Parteifreund empört (queer.de berichtete). (dk)














