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Philadelphia
Trump attackiert Harris: "Sie will trans Operationen für illegale Ausländer machen"
In der heiß ersehnten TV-Debatte kritisierte Donald Trump Aussagen seiner Kontrahentin Kamala Harris zu LGBTI-Rechten.

Donald Trump und Kamala Harris zofften sich in einem rauen TV-Duell (Bild: IMAGO / ZUMA Press)
- 11. September 2024, 08:41h 3 Min.
Die US-Präsidentschaftskandidat*innen Kamala Harris (59) und Donald Trump (78) haben am Dienstagabend (Ortszeit) in Philadelphia ihr erstes und möglicherweise einziges TV-Duell abgehalten. Was mit einem Handschlag begann, wurden zu einem gnadenlosen Wortgefecht zwischen zwei erbitterten Rival*innen. In dem aggressiven Austausch zeigte sich die Demokratin seriös und souverän, formulierte klare Botschaften und verhaspelte sich nicht. Trump reagierte gewohnt mit wütenden Angriffen.
So attackierte der republikanische Ex-Präsident seine Kontrahentin, indem er ihr vorwarf, zu freundlich gegenüber ausländischen trans Menschen zu sein: "Sie hat Dinge getan, an die niemand auch nur denken würde. Jetzt will sie trans Operationen für illegale Ausländer machen, die im Gefängnis sind. Das ist eine radikale linke Liberale, die so etwas tun würde", erklärte Trump.
Der Vorwurf, auf den Harris nicht einging, geht offenbar auf ein Versprechen zurück, das sie 2019 im Präsidentschaftsvorwahlkampf gemacht hatte. Damals erklärte sie, dass trans Gefängnisinsass*innen Zugang zu medizinischer Behandlung haben sollten wie alle anderen Menschen. Darüber hatte erst einen Tag vor der Debatte CNN berichtet. In der 90-minütigen Debatte war dies der einzige Punkt, in dem über LGBTI-Rechte gesprochen wurde.
Trump: Ausländer essen eure Haustiere
In der Debatte attackierte Trump Harris, die vielen linken Demokraten zu konservativ ist, auch als "Marxistin". Ansonsten nahm er es in einigen Aussagen mit der Wahrheit nicht so genau. So behauptete der Republikaner etwa, dass Ausländer*innen Haustiere von Einheimischen essen würden: "In Springfield – da essen sie Hunde. Die Leute, die reingekommen sind. Sie essen Katzen. Sie essen die Tiere der Leute, die dort leben. Und das passiert in unserem Land. Es ist eine Schande", so Trump.
Hier reagierte der sonst nicht so konfrontative Moderator David Muir: "Ich möchte nur klarstellen, da Sie Springfield in Ohio erwähnen. ABC News hat den Stadtverwalter kontaktiert. Er hat uns gesagt, dass es keine glaubwürdigen Berichte gibt, dass Haustieren Schaden zugeführt wird, dass sie von Mitgliedern der Immigranten-Gemeinschaft verletzt und missbraucht werden." Trumps Antwort: "Nun ja, ich habe Leute im Fernsehen gesehen." Harris wies danach darauf hin, dass viele prominente republikanische Politiker*innen sie wegen Trumps Rhetorik unterstützen würden.
Viele Beobachter*innen sahen Harris als Siegerin des Duells an. So auch die Human Rights Campaign, die größte LGBTI-Organiation der USA. Sie veröffentlichte in sozialen Medien einen Auszug aus der Debatte, in der Harris mit Blick auf den Präsidentschaftswahl 2020 sagte: "Donald Trump wurde von 81 Millionen Menschen gefeuert. Lassen Sie es uns deutlich sagen, er hat Schwierigkeiten damit, das zu verarbeiten". Dazu nannte die Organisation Harris eine Heldin, während sie Trump als Null bezeichnete.
/ HRC#Debate2024 in a nutshell:
HRC (@HRC) September 11, 2024
Kamala Harris = hero
Donald Trump = zero pic.twitter.com/bwCdvbPin0
Überschattet wurde das Duell jedoch von der Ankündigung eines Megastars: Kurz nach dem Ende der Debatte verkündete Taylor Swift, dass sie Kamala Harris im Wahlkampf unterstützen werde (queer.de berichtete). (dk)















