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Unterhaltsame Anekdoten aus der Modewelt
Ab Freitag bei Disney+: Die sechsteilige Doku-Serie "In Vogue: The 90s" lebt von all der Prominenz, die die Macher*innen vor ihre Kamera locken konnten – und die entsprechende Liste ist lang.

Natürlich kommt auch "Vogue"-Chefredakteurin Anna Wintour in der Doku-Reihe zu Wort (Bild: Disney)
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12. September 2024, 13:30h 3 Min.
Im Hause Disney verlässt man sich gerne auf bewährte Erfolgsrezepte. Neustes Beispiel dafür ist, nach unzähligen "Star Wars"-Neuauflagen und Marvel-Sequels, nun eine Doku-Reihe, die ab dem 13. September in den USA beim Streamingdienst Disney+ zu sehen ist. In sechs Teilen (die zweite Hälfte ist ab dem 20.9. verfügbar) kommen dabei zwei schon seit geraumer Zeit anhaltende Trends zusammen: ausführliche Blicke auf die Welt der Mode samt allem, was zu dieser Branche dazugehört, und einer großen Portion Nostalgie für die 1990er Jahre.
Der Titel "In Vogue: The 90s" ist also Programm. Ausgehend von Anna Wintours Aufstieg zur Chefredakteurin der amerikanischen "Vogue" Ende der 1980 Jahre widmet sich die Serie nicht nur allem, was damals mit und innerhalb des ikonischen Magazins passierte, sondern auch allgemeinen Entwicklungen und Ereignissen, die die Modeindustrie und letztlich die gesamte Popkultur ein Jahrzehnt lang und darüber hinaus dominierten.
Schwärmerische Erinnerungen und Bauchpinseleien
Die Auseinandersetzung mit jener Ära und der wohl berühmtesten Zeitschrift der Welt fällt dabei natürlich weder kritisch noch allzu intellektuell aus. Das Verlagshaus Condé Nast steckt mit hinter "In Vogue: The 90s", Wintour selbst, ihr schwuler britischer Kollege Edward Enninful (bis vergangenes Jahr Chefredakteur der britischen Ausgabe) sowie ihr langjähriger Mitarbeiter Hamish Bowles sind allesamt als Produzent*innen mitbeteiligt. Angesagt sind hier neben fragloser Expertise also eher schwärmerische Erinnerungen, ein wenig Glorifizierung und Bauchpinseleien und natürlich das Aufrechterhalten hinlänglich etablierter Narrative.

Marc Jacobs gehört zu den vielen interviewten Promis (Bild: Disney)
Wer in den zurückliegenden Jahren vergleichbare Filme und Reportagen gesehen hat, von denen es sowohl über die "Vogue" als auch über die einschlägigen Designer*innen und Modehäuser jede Menge gegeben hat, wird vieles kennen, worum es hier geht. Die Ära der Supermodels, der Aufstieg von Grunge und dem sogenannten Heroin-Chic oder die immer engere Verknüpfung von Modewelt und Hollywood, dazu die Karrieren von Karl Lagerfeld und Alexander McQueen, Tom Ford und John Galliano, Stella McCartney und Muccia Prada, nicht zu vergessen Linda Evangelistas Zitat von den 10.000 US-Dollar, die es braucht, damit sie überhaupt aufsteht – alles das hat man schon mal gesehen oder zumindest gelesen. Was nicht heißt, dass es nicht noch immer Spaß macht, sich all die Anekdoten anzuhören und in das zugehörige Archivmaterial abzutauchen.
Warum sich das Einschalten lohnt
"In Vogue: The 90s" lebt von all der Prominenz, die die Macher*innen vor ihre Kamera locken konnten – und die entsprechende Liste ist lang. Sie reicht von den "Vogue"-Verantwortlichen (neben den genannten natürlich auch Grace Coddington oder die wunderbar schräge Carlyne Cerf de Dudzeele) über all die Designer*innen (außer Galliano, Ford und McCartney auch u.a. Marc Jacobs, Michael Kors oder Donna Karan) und Models (selbst Claudia Schiffer ist dieses Mal dabei) bis hin zu so unterschiedlichen Promis wie Nicole Kidman, Sarah Jessica Parker, Victoria Beckham, Baz Luhrmann oder Missy Elliott.
Am interessantesten ist die Reihe immer dann, wenn Momente zur Sprache kommen, die bislang noch nie oder zumindest seltener erzählt wurden. Wenn Kim Kardashian sich an ihre Zeit als Madonnas Hundeausführerin erinnert oder Gwyneth Paltrow daran, wie sie persönlich auf dem Festnetz bei Gucci anrief, um sich einen Anzug für eine Preisverleihung zu leihen. Wenn davon die Rede ist, wie Vanessa Paradis dankend die Calvin-Klein-Kampagne abgelehnt hat, die dann Kate Moss berühmt machte, oder Claudia Schiffer es bereut, für George Michaels "Freedom"-Video abgesagt zu haben. Und nicht zuletzt, wenn sich von Wintour über Jacobs bis zu Jean-Paul Gaultier alle daran erinnern, welche geliebten Menschen sie an Aids verloren haben (was die "Vogue"-Chefin 1990 zu einem einzigartigen Spenden-Flohmarkt mit der gesamten Fashion-Elite inspirierte). Dafür lohnt sich das Einschalten allemal.
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