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Kampf um queere Reisedollars
Weil Florida keine queeren Touris mehr will: Andere Staaten werben in LGBTI-Community
Das Fremdenverkehrsamt Florida hat deutlich gemacht, dass queere Besucher*innen in ihrem Staat nicht mehr willkommen sind. Die verschmähte Zielgruppe wird nun von queerfreundlichen Staaten anvisiert.

Die Seite des Fremdenverkehrsamts Illinois hat auch Informationen auf Deutsch (Bild: enjoyillinois.com)
- 13. September 2024, 10:52h 2 Min.
Das Fremdenverkehrsamt Florida hatte vor wenigen Wochen still und heimlich seine Kampagne für queere Reisende beendet (queer.de berichtete). Der Schritt folgte offenbar auf Anweisung der queerfeindlichen Landesregierung des Republikaners Ron DeSantis, der bereits mit Initiativen wie dem "Don't say gay"-Gesetz, einer Art Homo-"Propaganda"-Verbot an Schulen, gegen die queere Community vorgegangen war (queer.de berichtete). Die größte queere Organisation der USA sprach deshalb bereits vergangenes Jahr eine Reisewarnung gegen Florida aus (queer.de berichtete).
Andere US-Bundesstaaten werben dafür nun umso intensiver um queere Tourist*innen. Der Gouverneur von Illinois, der Demokrat J. B. Pritzker, veröffentlichte etwa am Donnerstag ein Video auf der Seite des Fremdenverkehrsamts seines Bundesstaates, in dem er die queerfeindliche Politik Floridas kritisierte. Dort sei queeren Menschen der Respekt entzogen worden. Im Gegensatz dazu stehe Illinois "stolz auf der Seite der LGBTQIA+-Community" – und zwar 365 Tage im Jahr. "Während Visit Florida LGBTQIA-Informationen von seiner Seite getilgt hat, haben wir uns entschieden, es noch einfacher zu machen, wertvolle Informationen für die Community auf EnjoyIllinois.com anzubieten", so Pritzker. "Betrachten sie das hier als meine persönliche Einladung, zu uns zu kommen und Illinois zu genießen. Hier sind alle willkommen!"
Auch andere Bundesstaaten haben inzwischen auf die Queerfeindlichkeit in Florida reagiert. Massachusetts startete etwa eine Tourismus-Kampagne in Florida und im ebenso queerfeindlichen Texas. Darin wirbt der Staat mit Plakaten und der Botschaft, dass in Massachusetts alle Menschen gleichberechtigt seien ("Massachusetts For Us All"). Auf den Plakaten werden Bilder von glücklichen gleichgeschlechtlichen Paaren gezeigt.
Bereits im vergangenen Monat hatte Jared Polis, der offen schwule Gouverneur des Bundesstaates Colorado, mit Blick auf Florida um queere Tourist*innen geworben. Auf Facebook schrieb er: "Hallo Gay-Touristen! Wenn Florida euch nicht mag, kommt doch rüber und findet heraus, was Colorado anzubieten hat", so Polis. "In Colorado ist es uns egal, wen ihr datet. Wir danken euch dafür, dass ihr unsere Wirtschaft unterstützt und Geld in unseren großartigen Geschäften und Restaurants ausgebt. Ihr werdet eine fröhliche Zeit haben." Im englischen Original benutzte er für "fröhliche Zeit" den alten Begriff "gay old time", der inzwischen wegen der geänderten Definition des Wortes "gay" eine andere Bedeutung hat. (dk)
/ coloradopolsGov. Polis Rolls Out Welcome Mat For Florida's Spurned LGBTQ+ Touristshttps://t.co/C4xQajE6AE #copolitics #copols #coleg #cogov pic.twitter.com/noYppXfDtN
Colorado Pols (@coloradopols) August 23, 2024
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