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Backstage-Interview beim "Superbloom"-Festival
Domiziana: "Meine queeren Fans bedeuten mir alles"
Domiziana zählt zu den beliebtesten Künstler*innen in Deutschland – mit vielen queeren Fans. Was ihr diese bedeuten, warum sie Angst vor den nächsten Wahlen hat und warum Festivals inklusiver werden müssen, verrät sie im Interview.

Domiziana auf der "Superbloom"-Bühne in München (Bild: spndlr.media)
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15. September 2024, 11:15h 3 Min.
Vor rund zwei Jahren stürmte sie mit ihrer Single "Ohne Benzin" die deutschen Charts und ist seitdem aus der Musikszene nicht mehr wegzudenken: Domiziana (27). Mit ihrer unverwechselbaren Stimme und ihrem einzigartigen Stil – sowohl musikalisch als auch modisch – hat sie sich besonders für die Generation Z zu einem echten Role Model entwickelt. Seither feierte sie zahlreiche Erfolge, darunter auch die Zusammenarbeit mit der bisexuellen Rapperin Badmómzjay (21). Ihr gemeinsamer Song "Auf die Party" erreichte Platz 5 der Charts.
Kürzlich wurde Domiziana eine besondere Ehre zuteil: Sie durfte eine 45-minütige Show auf dem renommierten "Superbloom"-Festival in München spielen und stand dabei mit Größen wie Tokio Hotel und Sam Smith auf demselben Line-up. Das Festival, das dieses Jahr sein dreijähriges Bestehen feierte, setzt wie kaum ein anderes auf Diversity und Inklusion. Dies zeigt sich in zahlreichen Aspekten: Awareness-Teams auf dem gesamten Gelände, Dragqueens als Moderator*innen von Bühnenshows und die starke Präsenz queerer Popkultur.
Dass nicht alle Festivals so divers aufgestellt sind wie das "Superbloom", thematisierte Domiziana im Backstage-Gespräch mit queer.de. Dabei sprach sie auch über ihre Sorgen bezüglich der aktuellen Entwicklungen in Deutschland und betonte, welche Bedeutung ihre queeren Fans für sie haben.

Domiziana: "Ich liebe es, wenn die Leute angetrunken sind und richtig abgehen" (Bild: spndlr.media)
Was bedeutet es für dich, auf Festivals aufzutreten?
Es bedeutet oft, dass es anstrengender ist, als man denkt. Wir kommen meistens erschöpft an, aber wenn wir dann auf dem Gelände sind und sehen, dass die Fans in den ersten Reihen warten, finde ich das beeindruckend. Festivals bieten auch die Möglichkeit, verschiedene Städte in Deutschland zu sehen.
Was magst du an der Festivalatmosphäre am meisten?
Ich liebe es, wenn die Leute angetrunken sind und richtig abgehen. Wenn ich das Gefühl habe, dass sie einen besonderen Moment erleben und wir diesen Moment gemeinsam teilen, ist das großartig. Es fühlt sich dann wirklich besonders an.
Welche Künstler*innen würdest du gerne selbst mal auf einem Festival sehen?
Charli XCX. Sie hat einfach den perfekten Party-Vibe, und das wäre fantastisch.
Was braucht man als Künstler*in, um einen richtigen Hype auszulösen – so wie beispielsweise Charli XCX mit "brat"?
Das ist unterschiedlich. Manche Menschen können schnell groß werden, was viel Arbeit und Energie kostet. Es dauert oft Jahre, um über Nacht erfolgreich zu sein. Künstler*innen wie Charli XCX haben ihre Kultur, Musik und sich selbst perfekt verstanden, was zum Erfolg beigetragen hat.
Wie wichtig sind dir Vielfalt und Inklusion auf Festivals?
Das ist mir sehr wichtig. Oft sind Lineups noch sehr männerdominiert, besonders bei großen Headliner-Bühnen. Auch problematische Menschen werden weiterhin gebucht. Da gibt es noch viel zu tun.
Würdest du sagen, dass eine Quote der richtige Weg ist, oder muss das anders gelöst werden?
Ich bin dafür. Solange es keine besseren Lösungen gibt, müssen wir etwas implementieren, um gerechte Repräsentation zu erreichen. Viele Berufsgruppen sind immer noch nicht ausreichend vertreten.
Was bedeuten dir deine queeren Fans?
Alles. Ohne sie wäre ich nicht da, wo ich heute bin. Die queeren Fans, die die Referenzen und Subkulturen verstehen, haben mir das Gefühl gegeben, verstanden zu werden.
Hast du aktuell Angst vor der Entwicklung in Deutschland?
Ja, besonders im Hinblick auf die Wahlen im nächsten Jahr. Deutschland entwickelt sich in eine besorgniserregende Richtung, und es ist erschreckend, wie viel Interesse an hasserfüllten Äußerungen besteht. Große Institutionen und Festivals sollten sich gegen diese Entwicklungen einsetzen. Auch wenn man nicht unbedingt Politik ändern kann, kann man doch etwas bewegen, und das liegt in unserer Verantwortung.














