Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?50970

Meinungswandel

Nach Gespräch mit trans Person: Steve-O lässt sich doch nicht Brustimplantate einsetzen

Steve-O plante eigentlich einen neuen Stunt: Er wollte sich Brustimplantate einsetzen, dann mit Hetero-Männern flirten, um sich von ihnen verprügeln zu lassen. Eine trans Person brachte den "Jackass"-Star aber von dem Plan ab.


In "Jackass Forever" schmierte sich Steve-O mit Honig ein, legte ein Bienenkönigin auf seine Genitalien – und schaute, was passiert – Spoiler: es tat weh (Bild: IMAGO / Prod.DB)

  • 17. September 2024, 12:01h 3 Min.

Der amerikanische "Jackass"-Star Steve-O hat in einem Interview mit dem Magazin "Consequence" davon erzählt, dass er nach einem Gespräch mit einer trans Person Abstand von einem geplanten Sketch-Serie genommen hat, für die er sich Brustimplantate einpflanzen wollte. Dies sei für die Live-Tournee "The Super Dummy Tour" geplant gewesen. Der 50-Jährige hatte demnach geplant, sich als Frau zu verkleiden, um Männer auf der Straße hinters Licht zu führen.

Die Brust-OP habe er bereits fast durchführen lassen – nur ein Zufall habe sie gestoppt: "Die Operation sollte um acht Uhr morgens stattfinden. Ich habe den Abend zuvor um 22 Uhr aber einen Anruf erhalten, wonach der Anästhesist ausgestiegen ist, weil er herausgefunden hat, dass ich nur einen Gag machen wollte. Das hat eine Kettenreaktion ausgelöst und auch der Arzt wollte nicht mehr damit in Verbindung gebracht werden. Es gab dann Schwierigkeiten, eine andere Chirurgie zu finden, die das durchführen wollte."

Am nächsten Tag sei Steve-O dann in einen Supermarkt gegangen, bei dem eine trans Person an der Kasse stand. Dies habe er als "Zeichen des Universums" gewertet und der Person von seinem Plan erzählt. Er sagte, er habe etwa vorgehabt, mit Helm bei einem Motorradrennen mit den Implantaten aufzutauchen – er habe außerdem seine Tattoos entfernen lassen und sich am ganzen Körper rasieren wollen, um mit Männern zu flirten. Am Ende habe er seinen Helm abnehmen wollen, um den Männern zu zeigen, dass er selbst ein Mann sei.

Steve-O geschockt über Diskriminierung von trans Menschen

"Ich wusste, was meine Motivation und meine Intention war – nämlich niemanden zu verletzen", so Steve-O. Er habe vorher mit trans Personen gesprochen, die unterschiedlich auf seine Idee reagiert hatten. Die Bedienung am Supermarkt habe ihm gesagt, sie habe damit Probleme, Männer hinters Licht zu führen "und dann zu zelebrieren, dass sie Hass" gegen trans Personen empfinden würden. Zudem habe die Person beschrieben, dass sie beispielsweise am Arbeitsplatz wegen ihrer Transgeschlechtlichkeit nicht die Toilette benutzen dürfe – und in über der Hälfte der US-Bundesstaaten verhaftet werden könne, wenn sie die "falsche" Toilette benutze. Zudem gebe es in den USA viele Politiker*innen, "die konzertierte Aktionen durchführen, um trans Menschen in Internierungslager zu stecken". Steve-O erklärte: "Das war wirklich herzzerreißend, dieser Grad an Unterdrückung, der beschrieben wurde".

Als Reaktion habe er die Aktion mit den Brustimplantaten gestoppt, so Steve-O. Selbstkritisch erklärte er: "Ich hätte es als besseres Filmmaterial angesehen, wenn ich während des Rennens verprügelt worden wäre. Diese Denkweise ist aber nicht richtig, weil ich dann praktisch Gewalt gegen trans Menschen zelebriert hätte. Oder zumindest wäre das von manchen so interpretiert worden", sagte der 50-Jährige. "Ich habe hier daneben gegriffen."

Steve-O tritt seit dem Jahr 2000 in "Jackass"-Produktionen auf, in dem die Protagonisten oft haarsträubende Stunts oder Mutproben durchführen. Der neueste Film "Jackass Forever" wurde erst 2022 veröffentlicht.

Steve-O, der gerne nackt ist, machte dabei oft Dinge mit seinem Körper, bei denen sich die meisten Menschen schütteln würden – und kam damit auch mit dem Gesetz in Konflikt. 2002 wurde er etwa in den USA wegen "Unzüchtigkeit" verhaftet, weil er sich in der Öffentlichkeit seinen Hodensack an den eigenen Oberschenkel tackerte. In einem Sketch ließ er sich intravenös Wodka einflößen und ging dann durch die Straßen – dieses Video wurde wegen Nachahmungsgefahr in Großbritannien verboten. Insbesondere schwule Männer waren aber oft Fans der Serie, auch wegen eines homoerotischen Humors (queer.de berichtete). (dk)