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"New Tolerance Campaign"

Konservative US-Gruppe bietet eine Million Dollar für CSD-Parade in Palästina

Wer in Gaza oder dem Westjordanland einen CSD veranstaltet (und aus den USA kommt), könnte eine Million Dollar erhalten, so das nicht wirklich ernstgemeinte Angebot einer amerikanischen Lobby-Gruppe.


Die lose Gruppierung "Queers for Palestine" nahm dieses Jahr auch am CSD in Zürich teil (Bild: IMAGO / Geisser)

  • 18. September 2024, 09:37h 3 Min.

Die amerikanische "New Tolerance Campaign" (NTC) bietet queeren Organisationen, die im Gaza-Streifen oder im Westjordanland einen CSD organisieren, eine Belohnung von einer Million Dollar (900.000 Euro) an. "Das ist kein Witz. Das ist kein PR-Gag. Unser Angebot ist echt", erklärte NTC-Präsident Gregory T. Angelo, der zwischen 2013 und 2018 Chef der Log Cabin Republicans gewesen war, der queeren Organisation der Republikanischen Partei von Donald Trump. "Seit einem Jahr behaupten die sogenannten 'Queers for Palestine' und befreundete Gruppen, dass die palästinensischen Gebiete 'inklusiv' seien – hier ist ihre Chance, dies zu beweisen. Wir sind bereit, unser Geld in eine Gay Pride Parade in Gaza oder im Westjordanland zu stecken."

Als Bedingungen nannte die NTC, dass der CSD in Gaza mindestens 200 Teilnehmende umfassen müsse, die "LGBT-Pride nach außen zeigen" und Flaggen mit arabischen Wörtern tragen müssten. Zudem richtet sich das Angebot ausschließlich an amerikanische Organisationen.

Geld wird wohl nicht fließen

Freilich besteht keinerlei Gefahr, dass die "New Tolerance Campaign" die Prämie je auszahlen muss. Zum einen ist der Gaza-Streifen derzeit ein Kriegsgebiet, zum anderen würde die regierende Terrororganisation Hamas, die in der Vergangenheit selbst eigene Kämpfer wegen Homosexualität hingerichtet hatte, eine derartige Demonstration nie zulassen. Auch im Westjordanland ist so ein CSD utopisch: Auch von dort gibt es Berichte, dass Menschen wegen ihrer Homosexualität hingerichtet werden. Ein Gericht in Tel Aviv hat deshalb vor einem halben Jahr entschieden, dass queere Palästinenser*innen in Israel Asyl beantragen dürfen (queer.de berichtete).

Vielmehr sollen offenbar mit dem "New Tolerance Campaign"-Geldversprechen offenbar "linke" LGBTI-Organisationen, die nicht die Republikaner unterstützen, lächerlich gemacht werden – daher wurde das Angebot auch auf queere Organisationen aus den USA beschränkt, Organisationen wie die Human Rights Campaign werden zudem auf der NTC-Homepage wegen ihrer angeblich israelfeindlichen Haltung beschimpft. Laut Angelo soll das Projekt "den Mangel an Menschenrechten für die LGBTQ-Community in Palästina aufzeigen, während queere Menschen in Israel frei leben können".

/ New_Tolerance

Die Meldung von der Millionen-Dollar-Belohnung machte in den USA vor allem in konservativen und Rechtsaußen-Medien die Runde. Dabei gilt die Kampagne ansonsten nicht als Fan von LGBTI-Rechten: So rief sie Unternehmen dazu auf, kein "LGBT-Marketing" mehr zu betreiben, da dies Kinder queer machen könnte.

Eine ähnliche Strategie fahren auch die Log Cabin Republicans, die Angelo mehrere Jahre lang angeführt hatte. Der neue Vorsitzende der queeren republikanischen Organisation warnte erst vor wenigen Tagen davor, dass bei einem Sieg der Demokratin Kamala Harris Kinder durch "LGBT-Linke" angeblich "sexualisiert" werden würden (queer.de berichtete). (dk)

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