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US-Umfrage
Nur 7,5 Prozent der queeren Wähler*innen wollen für Trump stimmen
Dass Donald Trump unter queeren Wähler*innen keinen guten Stand hat, ist bekannt. Allerdings scheint er dieses Mal noch schlechter abzuschneiden als bei den letzten Wahlen.

Aktivisten der US-Auslandsdemokraten ("Democrats Abroad") machten sich im Juni beim CSD Amsterdam über ihren Ex-Präsidenten lustig (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire)
- 18. September 2024, 14:04h 2 Min.
74 Prozent der queeren amerikanischen Wähler*innen würden bei der Präsidentschaftswahl für die demokratische Bewerberin Kamala Harris stimmen. Der frühere Präsident Donald Trump von den Republikanern käme auf lediglich 7,5 Prozent. Das ist das Ergebnis der "LGBTQ+ Climate Survey" der Human Rights Campaign Foundation (PDF).
Die Forschenden befragten im August über 2.400 wahlberechtige Amerikaner*innen online, die sich als Teil der LGBTIQ-Community identifizieren. Die Fehlertoleranz wird mit plus/minus 4,6 Prozentpunkten angegeben.

Im Wahlkampf 2016 zeigte sich Donald Trump noch mit einer Regenbogenfahne – in den Wahlkämpfen 2020 und 2024 mied er dieses Symbol jedoch (Bild: Twitter / @ChrisRBarron)
Mit 7,5 Prozent würde Trump in der queeren Bevölkerung weit schlechter abschneiden als bei der letzten Präsidentschaftswahl 2020. Damals stimmten laut Nachwahlbefragungen 28 Prozent der queeren Wähler*innen für den Republikaner (queer.de berichtete).
Aus der neuen Umfrage geht auch hervor, dass sich queere Menschen weit häufiger für Wahlen registrieren als der Rest der Bevölkerung (in den USA darf nur wählen, wer sich bei einem Amt vorher ausdrücklich dafür registriert hat). Unter den queeren Befragten hätten sich insgesamt rund 96 Prozent für die Wahl registriert. In der Gesamtbevölkerung seien es hingegen nur 69 Prozent.
In der queeren Bevölkerung wurde Queerpolitik von 52 Prozent als ein wichtiges Thema genannt, das dazu motiviere, zur Wahl zu gehen. An zweiter Stelle liegt der Themenbereich Abtreibung und reproduktive Rechte (47 Prozent) gefolgt von einer Supreme-Court-Reform (33 Prozent). Hintergrund ist, dass der oberste Gerichtshof der USA nicht wie in Deutschland als überparteilich gilt, sondern die Richter*innen in Streitfragen in der Regel nach ihrem Parteibuch abstimmen – und nachdem Donald Trump in seiner Amtszeit drei der neun Richter*innen auf Lebenszeit ernennen durfte, gibt es dort eine republikanische Mehrheit von sechs Richter*innen gegen drei Demokrat*innen. Diese Konservativen kippten bereits 2022 das nationale Recht auf Abtreibung – und nun wird befürchtet, dass sie beispielsweise auch die Ehe für alle wieder kippen oder gar Homosexualität unter Strafe stellen könnten (queer.de berichtete).
Die US-Präsidentschaftswahl findet am 5. November statt. Zeitgleich werden mehrere kommunale, Landes- und Bundesparlamente gewählt sowie regionale Volksentscheide durchgeführt. (dk)














