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Bremen

Kirchen-Verfahren gegen Bremer Pastor wieder aufgenommen

Nach dem vorläufigen Ende des Volksverhetzungs-Prozesses gegen Olaf Latzel nimmt die Evangelische Kirche ihr Disziplinarverfahren wieder auf.


Olaf Latzel bei einer Predigt (Bild: Screenshot Youtube)

  • 19. September 2024, 16:40h 2 Min.

Die Bremische Evangelische Kirche wird weiter gegen den Bremer Pastor Olaf Latzel ermitteln. Das Disziplinarverfahren werde wieder aufgenommen, teilte ein Sprecher der Kirche mit. Der Kirchenausschuss habe einstimmig für die kircheninterne Untersuchung gestimmt. Zuerst hatte der "Weser-Kurier" berichtet.

Der Pastor der St. Martini-Gemeinde in Bremen hatte sich während eines Eheseminars im Oktober 2019 abfällig über Homosexuelle und über Gender geäußert. So bezeichnete er Homosexualität als "todeswürdig" und CSD-Teilnehmende als "Verbrecher". Ein Audio-Mitschnitt des Seminars mit den Aussagen, für die er sich später teilweise entschuldigte, war von der Gemeinde als Audiodatei bei Youtube veröffentlicht worden.

Nach Verhandlungen in mehreren Instanzen hatte das Landgericht Bremen den Prozess wegen Volksverhetzung Ende August vorläufig eingestellt (queer.de berichtete). Der Pastor soll innerhalb von sechs Monaten eine Geldauflage von 5.000 Euro an den gemeinnützigen Bremer Verein Rat&Tat-Zentrum für queeres Leben zahlen.

Die Bremische Evangelische Kirche hatte sich wiederholt von den Aussagen distanziert, Olaf Latzel sogar zeitweise suspendiert. Momentan darf der Pastor unter Auflagen predigen, wie der Sprecher mitteilte. Die Kirche rechne mit einem längeren Verfahren.

Das Verfahren war nach Bekanntwerden der Aussagen gestartet, aufgrund der strafrechtlichen Ermittlungen aber gestoppt worden. Die Äußerungen Latzels hätten "mit Recht Empörung hervorgerufen", hatte der Kirchenausschuss zu Beginn des Verfahrens im Sommer 2020 betont (queer.de berichtete). Die St. Martini-Gemeinde hatte darauf verlauten lassen, keine Sanktionen zu akzeptieren – er habe die "biblische Wahrheit" über die "Ablehnung gelebter Homosexualität" vorgetragen (queer.de berichtete). (dpa/cw)

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