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USA

Mörder von Matthew Shepard bleibt in Haft

Russell Henderson sitzt bereits ein Vierteljahrhundert wegen des aus Schwulenhass verübten Mordes an Matthew Shepard ein. Da sein Gnadengesuch abgelehnt wurde, bleibt er hinter Gittern.


Dieses Fotobuch von Matthew Shepard übergaben dessen Eltern 2018 dem Smithsonian National Museum of American History (Bild: IMAGO / MediaPunch)
  • 20. September 2024, 09:14h 3 Min.

Der Bewährungsausschuss des US-Bundesstaates Wyoming hat laut dem Magazin "The Advocate" eine vorzeitige Entlassung des verurteilten Mörders Russell Henderson abgelehnt. Der 47-Jährige hatte bereits 25 Jahre für den brutalen Mord an dem schwulen Studenten Matthew Shepard im Jahr 1998 hinter Gittern gesessen.

Die offensichtlich aus Homophobie motivierte Tat löste zu Ende des letzten Jahrtausends in den USA große Bestürzung aus. Henderson hatte gemeinsam mit Mittäter Aaron McKinney den 21-jährigen schwulen Studenten in einer Bar getroffen, dann in eine ländliche Gegend gelockt, an einen Zaun gefesselt und gefoltert. Die Täter überließen den sterbenden Matthew daraufhin seinem Schicksal. 18 Stunden nach der Tat wurde er von zwei Radfahrern entdeckt, die ihn anfangs für eine Vogelscheuche gehalten haben. Shepard muss nach der Tortur noch bei Bewusstsein gewesen sein, denn das Blut in seinem Gesicht war teilweise von Tränen weggespült gewesen. Shepard fiel in ein Koma und starb sechs Tage nach der Tat in einem Krankenhaus.

Henderson hatte sich schuldig bekannt

1999 bekannte sich Henderson des Mordes schuldig, um einer möglichen Hinrichtung zu entgehen. Er wurde zu zwei Mal lebenslänglicher Haft verurteilt. Sein Mittäter erhielt eine ähnliche Haftstrafe. Als eine Reaktion auf die Tat unterzeichnete zehn Jahre später der damalige Präsident Barack Obama ein nach Shepard benanntes Gesetz, mit dem Straftäter*innen, die ihre Tat aus Hass auf Homosexuelle begehen, ein höheres Strafmaß erhalten (queer.de berichtete). Zuvor waren nur Hassverbrechen aufgrund der Merkmale "Rasse", Hautfarbe, Religion und nationale Herkunft erfasst gewesen.

Die Eltern des getöteten Studenten starteten außerdem die Matthew Shepard Foundation. Diese Stiftung setzt sich etwa für Antidiskriminierungsgesetze ein oder führt Hassverbrechen-Schulungen für Polizeibeamt*innen oder Staatsanwält*innen durch. Matthews Mutter Judy Shepard wurde erst im Mai für ihr Engagement für Menschenrechte von US-Präsident Joe Biden mit der Presidential Medal of Freedom geehrt, der höchsten zivilien Auszeichnung der Vereinigten Staaten (queer.de berichtete).

Nach dem Gesetz von Wyoming kann ein zu lebenslänglich verurteilter Straftäter nach zehn Jahren erstmals beantragen, sein Urteil umwandeln zu lassen. Sollte der Bewährungsausschuss eine Umwandlung eines Urteils befürworten, muss am Ende noch der Gouverneur des Bundesstaates diesem zustimmen. Bei einer Ablehnung ist ein neuer Antrag alle fünf Jahre möglich – Henderson kann also erst wieder 2029 auf Gnade hoffen.

Bereits 2004 hatte Henderson versucht, durch einen Trick sein Urteil zu reduzieren: Er behauptete damals, dass er über seine Verteidigungsoptionen nicht richtig informiert gewesen sei (queer.de berichtete). Dieser Antrag wurde aber abgelehnt. (dk)

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