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Vorwürfe von Mitarbeitenden

Hat Disney "Alles steht Kopf 2" entqueert?

Rolle rückwärts: Nach Druck von rechts hat der Disney-Konzern offenbar wieder Angst, queere Figuren in seinen Filmen zu zeigen. Mitarbeitende berichten nun davon, dass der Konzern in einem Animationsfilm eingegriffen habe.


Szene aus "Alles steht Kopf 2": Disney bestand laut Mitarbeitenden darauf, alles aus dem Film zu streichen, was auch nur im Entferntesten homo­sexuell aussehen könnte (Bild: Disney)

  • 20. September 2024, 13:53h 2 Min.

Der Disney-Konzern hat offenbar beim Computernanimationsfilm "Alles steht Kopf 2" interveniert, um die Hauptfigur Riley "weniger gay" zu machen. Das haben Mitarbeitende gegenüber dem Online-Magazin IGN anonym berichtet. Angeblich sei Disney besorgt gewesen, dass die Teenagerin Riley zu queer erscheine.

Laut mehreren Mitarbeitenden habe es "andauernd Hinweise gegeben, damit Riley, die schon die Hauptfigur im ersten Teil war, weniger gay rüberkommt, was zu mehreren Änderungen im Film geführt hat". Dabei ging es um die Beziehung zwischen Riley und Val, die im ersten Teil noch nicht dabeigewesen war. Die Beziehung sollte laut Disney "so platonisch wie möglich" dargestellt werden. Dadurch seien etwa Szenen umgeschnitten oder auch die Beleuchtung geändert worden. Eine Quelle habe beklagt, dass es dadurch eine Menge Extra-Arbeit gegeben habe, "um sicherzustellen, dass niemand die beiden potenziell als nicht heterosexuell ansehen kann".

Als Grund sei der Misserfolg des Films "Lightyear" (2022) genannt worden, den Disney auf einen viel publizierten gleichgeschlechtlichen Kuss zurückführte. Schon damals wollte Disney diesen Kuss eigentlich herausschneiden, überlegte es sich aber nach einem Shitstorm anders (queer.de berichtete). Der Film wurde anschließend in vielen – meist mehrheitlich muslimischen – Staaten verboten (queer.de berichtete).

Allerdings sagte eine anonyme Quelle: "Die [Disney]-Führung hat 'Lightyear' erwähnt und erklärt: 'Lightyear' war ein finanzieller Misserfolg, weil es darin einen queeren Kuss gab.' Das ist aber nicht der Grund, warum der Film hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist."

Republikaner kritisieren Disney als zu queerfreundlich

Der Disney-Konzern steht derzeit in der Kritik von Konservativen, weil er in seinen Filmen angeblich zu queere Handlungsstränge einbaut. Der queerfeindliche Gouverneur von Florida, der Republikaner Ron DeSantis, behauptete etwa, Disney würde Kinder "vertransen" (queer.de berichtete).

Gegenüber IGN berichteten die "Alles steht Kopf 2"-Mitarbeitenden auch von schlechten Arbeitsbedingungen und Entlassungen kurz vor Produktionsende, die vielen schwer zu schaffen gemacht hätten. Eine Quelle erklärte etwa: "Ich schätze, dass mindestens 95 Prozent der Personen, die gefeuert wurden, gerade finanziell am Abgrund stehen." Grund sei, dass sie dadurch keine erfolgsbedingten Bonus-Zahlungen erhalten würden. (cw)

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