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SZ-Interview
Kerkeling erzählt in neuem Buch von Aids-Tod seines Freundes
In seinem am Donnerstag erscheinenden Buch erzählt Hape Kerkeling auch von privaten Schicksalen.

Hape Kerkeling verrät mehr zu dem, was in seinem am Donnerstag erscheinenden Buch steht (Bild: TVNOW / Felix Rachor)
- 24. September 2024, 11:58h 3 Min.
Der 59-jährige TV-Entertainer Hape Kerkeling hat im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" (Bezahlartikel) mehr Details über sein am Mittwoch erscheinendes Buch "Gebt mir etwas Zeit" (Amazon-Affiliate-Link ) verraten. Darin gehe es unter anderem auch um den Tod seines geliebten Amsterdamer Freundes Duncan, der nach zwei Jahren Beziehung an den Folgen von Aids gestorben sei. Da sei ein Trauma aufzuarbeiten, sagte Kerkeling, "was das Trauma von sehr vielen Menschen ist". "Weil vor allem in der Schwulenszene Millionen Menschen innerhalb kürzester Zeit gestorben sind. Eigentlich traue ich mich erst heute, mir darüber klar zu werden, was das für ein Drama war – dass es die Dimension eines großen Krieges hatte."
In dieser Zeit habe auch er große Angst gehabt: "Das geht dann an die Existenz. Die Tatsache, dass ich schwul bin, war damals nicht besonders hilfreich und karrierefördernd. Und nun kam noch dieses Damoklesschwert, dieses Stigma Aids dazu. Das hat uns Schwule noch mal mehr marginalisiert."
Zudem erklärte Kerkeling, dass er in seiner Anfangszeit im Fernsehen in den Achtzigerjahren keine Gedanken gemacht habe, was seine sexuelle Orientierung für seine Karriere bedeuten würde. "Es wurde dann aber mit zunehmendem Erfolg enger und schwieriger für mich. Ich spürte, dass dieses Korsett irgendwann zu platzen drohte", so Kerkeling. In seinem direkten Umfeld sei er offen mit seiner sexuellen Orientierung umgegangen, "und es bestand auch immer die Gefahr, dass jemand das austratscht. Das ist dann auch geschehen", erklärte der Entertainer mit Blick auf sein unfreiwilliges Outing durch Aktivist Rosa von Praumheim im Jahr 1991 (queer.de berichtete).
Bereits am Freitag hatte Kerkeling in der Talkshow "3nach9" über sein Buch gesprochen – etwa darüber, dass er Ahnenforschung betrieben habe und demnach ein Urenkel des englischen Königs Edward VII. (1841-1910) sein könnte (queer.de berichtete). Der "Süddeutschen" sagte er zu dieser schlagzeilenträchtigen These: "Natürlich war ich mir der Tatsache bewusst, dass die Leute denken: Alles klar, jetzt spinnt er. Nachtigall, ick hör' dir trapsen. Dass da Fragezeichen entstehen, ist völlig legitim." Im Übrigen sei er "nicht völlig frei von diesen Fragezeichen". Irgendwann habe er aber entschieden, das aufzuschreiben. Im neuen Buch sei die Geschichte mit der königlichen Herkunft nur eine kleine Passage, betonte Kerkeling sowohl in der Talkshow als auch im SZ-Interview.
Am 9. Dezember feiert der schwule Entertainer seinen sechzigsten Geburtstag. Insbesondere seine Bücher "Ich bin dann mal weg – Meine Reise auf dem Jakobsweg" (Amazon-Affiliate-Link ) und "Der Junge muss an die frische Luft – Meine Kindheit und ich" (Amazon-Affiliate-Link ) waren Millionen-Bestseller. Auch wenn er sich weitgehend aus dem TV zurückgezogen hat, können Fans auf Kult-Nachschub hoffen: Im Frühjahr kündigte Kerkeling einen Film über seine fiktive Figur Horst Schlämmer an (queer.de berichtete). (cw/dpa)
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