https://queer.de/?51102
Vor CSD Stendal
CSD-Bilanz in Sachsen-Anhalt: Gezielte Aktionen von Rechts
- 28. September 2024, 06:15h 2 Min.

Szene vom CSD Zeitz 2024 (Bild: Marius Michusch)
Die Organisator*innen der Christopher Street Days in Sachsen-Anhalt haben sich in diesem Jahr verstärkt mit gezielten Aktionen von Rechts konfrontiert gesehen. Es habe mehr vorbereitete intensive Aktionen gegeben, sagt Falko Jentsch, Vorstand des CSD Sachsen-Anhalt. Die Aktionen seien zum Teil sehr viel organisierter gewesen als in den Vorjahren.
In Sachsen-Anhalt finden in diesem Jahr insgesamt zehn Christopher Street Days statt. Die Bilanz sei gemischt, sagt Jentsch. In diesem Jahr hätten sich auch viele regionale Firmen und antifaschistische Gruppen an den Umzügen beteiligt. "Man merkt, dass der CSD keine Veranstaltung einer Randgruppe ist." Zwischenfälle im vergangenen Jahr etwa in Weißenfels oder in diesem Jahr im sächsischen Bautzen hätten allerdings auch dazu geführt, dass Interessierte in diesem Jahr teilweise Veranstaltungen ferngeblieben seien. Dafür seien neue Gruppen wie die "Omas gegen Rechts" dazugekommen.
In den sozialen Netzwerken sei teilweise deutschlandweit massiv für rechte Aktionen gegen die Pride-Demos aufgerufen worden, sagte Jentsch. In Wernigerode seien etwa Regenbogenflaggen in der Woche vor dem CSD gestohlen worden. Anschließend seien sie beschmiert und in der Nacht vor dem CSD wieder gezielt angebracht worden. In Köthen hätten Unbekannte in der Nacht vor der Veranstaltung den Marktplatz mit Buttersäure besprüht und Nägel und Schrauben großflächig verteilt. Das alles zeige Wirkung, sagt Jentsch. Es gebe teilweise Absagen und Behörden oder Geschäfte, die in der Vergangenheit Regenbogenflaggen aufgehängt hätten, seien vorsichtiger geworden.
Nach Angaben der Veranstalter*innen nahmen in diesem Jahr rund 17.000 Menschen an den verschiedenen CSD in Sachsen-Anhalt teil. Dies seien in etwa so viele Personen wie im Jahr zuvor. (cw/dpa)













