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Unrechtsregime

Afghanistan lässt mutmaßliche Homo­sexuelle auspeitschen

In Afghanistan ist es unter den islamistischen Taliban erneut zu einer öffentlichen Auspeitschung gekommen. Das Oberste Gericht nennt unter anderem eine außereheliche Beziehung einer Frau und Homosexualität als Grund.


Taliban-Kämpfer im Jahr 2021 (Bild: Voice of America News)

  • 30. September 2024, 14:24h 2 Min.

Laut dem Obersten Gericht von Afghanistan sind am Sonntag zwei Personen in der südafghanischen Provinz Kandahar wegen mutmaßlich homo­sexueller Handlungen öffentlich ausgepeitscht worden. Zudem sollen sie Haftstrafen von jeweils einem Jahr erhalten haben.

In Afghanistan ist außerdem eine Frau wegen einer außerehelichen Beziehung verurteilt und öffentlich ausgepeitscht worden. Zudem habe sie versucht, von zu Hause wegzulaufen, wie der von den islamistischen Taliban kontrollierten Gerichtshof bekanntgab. Sie wurde demnach mit 30 öffentlichen Peitschenhieben bestraft. Die Strafe sei bereits am Sonntag in der nordafghanischen Provinz Farjab in Anwesenheit von Taliban-Vertretern und Anwohnenden vollzogen worden. Zugleich habe die Frau eine Haftstrafe von sechs Monaten erhalten.

Folterstrafen in Afghanistan an der Tagesordnung

Die Taliban führten nach ihrer Rückkehr an die Macht in Afghanistan im August 2021 trotz Kritik von Menschenrechtsorganisationen und den Vereinten Nationen wieder öffentliche Strafen ein, darunter Hinrichtungen und Auspeitschungen für Verbrechen wie Mord, Raub und Ehebruch. Seitdem wurden fünf wegen Mordes verurteilte Männer öffentlich hingerichtet. Immer wieder gab es in den letzten Jahren auch Berichte über Auspeitschungen wegen Homosexualität (queer.de berichtete).

Vergangenes Jahr hatte der oberste Talibanführer Haibatullah Achundsada die vollständige Einführung der Scharia in Afghanistan versprochen. In einer Audiobotschaft erwähnte er ausdrücklich Strafen für Ehebruch wie Steinigung und öffentliche Auspeitschungen.

Die Taliban führten zudem erst im August ein "Tugend"-Gesetz zur Durchsetzung der bereits durch die Sittenpolizei überwachten strengen Verhaltensregeln ein (queer.de berichtete). Die Vereinten Nationen äußerten sich daraufhin besorgt (queer.de berichtete). (dpa/cw)

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