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Roman
Mutig entgegen der gesellschaftlichen Konventionen
Im Mittelpunkt des neuen mitreißenden und inspirierenden Romans "Alle meine Namen" von Andreas Jungwirth steht eine Frau, die in den 1950er Jahren für ein selbstbestimmtes Leben kämpft.

Der Autor Andreas Jungwirth studierte in Wien Germanistik und Theaterwissenschaft sowie am Konservatorium Schauspiel (Bild: Jorghi Poll / Edition Atelier)
- 2. Oktober 2024, 08:02h 3 Min.
Die sechsjährige Johanna ist ein selbstbewusstes, kluges Kind, das mit großer Neugier auf die Welt blickt. Vieles darin versteht sie freilich noch nicht, etwa was es bedeutet, wenn der Vater sagt, er glaube weder an Gott noch an den Führer. Sie versteht jedoch schon als kleines Mädchen, die richtigen Fragen zu stellen, und das wird sie ihr gesamtes Leben lang beibehalten.
Als der Vater stirbt, zieht Johanna mit ihrer Mutter und dem kleinen Bruder Otto zum Onkel aufs Land, wo ihr die strenge Tante den Namen Hanna gibt. Doch das ist nur eine der vielen Stationen (und Namen) in ihrem Leben: Mit 14 Jahren geht sie als Dienstmädchen in die Schweiz, wo sie nur kurz Heimweh verspürt und das Glück der Bücher sowie eine erste enttäuschende Liebe erlebt. Wieder zurück, beginnt sie eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester. Johanna findet sich immer schnell zurecht und weigert sich dennoch, sich bedingungslos anzupassen und unterzuordnen.
Bekanntschaft mit lesbischen Heimleiterinnen

"Alle meine Namen" ist als gebundene Ausgabe und E-Book erhältlich
Wir beobachten Johanna in Momenten wichtiger Entscheidungen sowie prägender Erfahrungen und Bekanntschaften – etwa mit der alleinerziehenden Dorfladenbesitzerin Irma und den beiden Doktorinnen in der Schweiz, die gemeinsam ein Mädchenheim leiten und eine Liebesbeziehung führen. Als Johanna mit 18 Jahren den freundlichen Peter kennenlernt, scheint ihr weiterer Weg vorgezeichnet. So ist das eben für eine junge Frau in den 1950er Jahren: Sie gründet eine Familie. Und mit Peter hat sie anscheinend einen guten Fang gemacht. Immerhin ist er der Erste, der ihr nicht einfach einen Spitznamen aufdrückt, sondern sie so nennt, wie ihre Eltern sie getauft haben.
Doch dann kommt alles anders: Peter erkrankt an Polio und wird zum Pflegefall. "Tun Sie sich das nicht an", sagt der Arzt, als Johanna Peter im Krankenhaus besucht. Doch Johanna will selbst entscheiden, welches Leben sie führt – abseits von festgeschriebenen Rollenmustern und gesellschaftlichen Erwartungen. Und sie entscheidet sich für ein glückliches Leben mit Peter. Johanna krempelt die Ärmel hoch, und die Geschlechterrollen beginnen sich zu ändern …
Andreas Jungwirth zeigt in seinem mitreißenden und inspirierenden Roman eine kompromisslose Frau, die sich mutig den gesellschaftlichen Konventionen entgegensetzt und sich immer wieder neu erfindet.
"Alle meine Namen" ist jetzt im Wiener Verlag Edition Atelier als 208 Seiten starke, gebundene Ausgabe für 24 Euro sowie als E-Book für 20,99 Euro (Amazon-Affiliate-Link ) erschienen. Eine Leseprobe gibt es auf der Verlagsseite.
Der Autor Andreas Jungwirth wurde 1967 in Linz geboren und lebt nach langer Zeit in Berlin wieder in Wien. Er studierte in Wien Germanistik und Theaterwissenschaft sowie am Konservatorium Schauspiel. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit (Theater, Hörspiel) arbeitet er als Hörspielregisseur und moderiert Publikumsveranstaltungen für Ö1 (Hörspielgala, radiophone werkstatt). Zuletzt erschienen in der Edition Atelier seine Erzählung "Wir haben keinen Kontakt mehr" (2019) und der Roman "Im Atlas" (2022). (dd/pm)
Andreas Jungwirth: Indienrot. 208 Seiten. Edition Atelier. Wien 2024. Gebundene Ausgabe, Halbleinen mit Lesebändchen: 24 € (ISBN 978-3-99065-116-2). E-Book: 20,99 €
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