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Rechtsextremismus
Durchsuchungen nach Buttersäure-Angriff bei CSD in Mittelsachsen
Am Rande des CSD in Döbeln sorgte ein Vorfall mit Buttersäure für Aufsehen. Dazu ermitteln Rechtsextremismus-Experten des LKA. Nun gab es Durchsuchungen.

Neonazis protestierten in Döbeln gegen den CSD (Bild: Screenshot Ansar TV)
- 2. Oktober 2024, 09:45h 2 Min.
Nach einer Attacke mit Buttersäure beim CSD in der 24.000 Einwohner*innen zählenden Großen Kreisstadt Döbeln hat die Sonderkommission Rechtsextremismus (Soko Rex) am Mittwoch Gebäude im Landkreis Mittelsachsen durchsucht. Zwei Männer im Alter von je 37 Jahren mit deutscher Staatsangehörigkeit stünden in Verdacht, in der Nacht zum 21. September auf dem Gehweg und an einem Spielplatz vor dem Bahnhof Buttersäure verteilt zu haben (queer.de berichtete). Der üble Geruch habe Teilnehmer*innen des CSD von dem Ort fernhalten sollen, erklärte das Landeskriminalamt in einer Mitteilung.
Die Säure habe mit einem speziellen Bindemittel entfernt werden müssen, was "nicht unerhebliche Kosten" verursacht habe, hieß es. Die Ermittler suchen nun auch nach Zeugen, die an jenem Morgen dort unterwegs waren und unangenehmen Geruch wahrgenommen hatten. Ermittelt wird wegen Sachbeschädigung.
LKA bittet um weitere Hinweise
Das Landeskriminalamt Sachsen bittet zudem um weitere Hinweise. So möchte man wissen, "ob Personen sich aufgrund des unangenehmen Geruchs der Buttersäure geschädigt oder belästigt" gefühlt hätten. "Wer war an den Morgenstunden des 21. September 2024 an besagten Orten unterwegs und hat einen unangenehmen Geruch wahrgenommen?", so die Polizei. Zeuginnen und Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Sachverhalt geben können, werden gebeten, unter der gebührenfreien Nummer (0800) 855 2055 anzurufen oder sich bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.
Begleitet von rechtem Gegenprotest hatten am 21. September Hunderte Menschen zum Christopher Street Day in Döbeln demonstriert. Unter dem Motto "Bunte Flaggen gegen braune Politik" waren sie durch die Stadt gezogen. An Kundgebung und Umzug nahmen laut Polizei rund 650 Menschen teil. Beim Gegenprotest der Rechten wurden in der Spitze etwa 200 Teilnehmende gezählt. (dpa/dk)














