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Großbritannien

Starke Queer-Quote beim London Film Festival

Vom 9. bis 20. Oktober findet das 68. BFI London Film Festival statt. Während die Konkurrenz in Zürich mit einer peinlich mageren LGBTI-Auswahl enttäuscht, holen die Briten in diesem Jahr kräftig auf. Das sind die Highlights!


Sexarbeit in São Paulo: Szene aus dem Film "Baby" des brasilianischen Regisseurs Marcelo Caetano (Bild: BFI)

Klar, dass Ex-007 Daniel Craig an der Themse seinen "Queer" präsentiert. Ebenso klar, dass die drei Vorstellungen sofort ausverkauft waren. Insgesamt überzeugt das 68. London Film Festival in diesem Jahr mit einer starken LGBTI-Quote.

Während die Festival-Konkurrenz von Zürich mit einer peinlich mageren Auswahl queerer Filme enttäuscht, holen die Briten in diesem Jahr kräftig auf. Boten im Vorjahr lediglich sechs der 250 Filme LGBTI-Thematiken, sind es diesmal rund doppelt so viele, die vom 9. bis zum 20. Oktober 2024 zu sehen sein werden.

Almodóvar und Ozon ohne queere Thematik dabei

Ähnlich wie Pedro Almodóvar mit "The Room Next Door" (ab 24. Oktober im Kino) verzichtet sein französischer Kult-Kollege François Ozon diesmal auf queere Thematik. In der Komödie "When Fall is Coming" erzählt er die bittersüße Generationen-Geschichte um eine alte Dame in der Provinz, deren Tochter nach dem Essen eine kleine Pilzvergiftung erleidet.

Etwas schade, dass die "Sad Jokes" von Fabian Stumm nicht in London laufen, dafür hat es der Berlinale-Kurzfilm "Ich will nicht nur eine Erinnerung sein" von Sarnt Utamachote an die Themse geschafft.

Hier einige Empfehlungen aus dem umfangreichen queeren Programm:

Ich will nicht nur eine Erinnerung sein


Szene aus "Ich will nicht nur eine Erinnerung sein"

Auf dem Forum "Expanded 2024" der Berlinale hatte der nur 20-minütige Film von Sarnt Utamachote seine Weltpremiere. Erzählt wird von Mitglieder der queeren Community Berlins, die gemeinsam den Verlust einiger Freund*innen betrauern, deren Tode mit Drogenmissbrauch und der allgemeinen Krise mentaler Gesundheit im Zusammenhang stehen. Die Arbeit an diesem Film wird für den Freund*innenkreis zum Mittel der Heilung. Sie teilen persönliche Gegenstände und Geschichten miteinander und äußern Kritik an der Clubszene. Wie fluoreszierende Pilze strahlen sie gemeinsam ihr Licht aus, als stützendes und sorgendes Netzwerk, das tote Körper und Erinnerungen in eine kollektive Struktur verwandelt und zukünftiges Leben erhält.

Sebastian


Szene aus "Sebastian"

Der 25-jährige Max führt in London ein Doppelleben als Journalist und Sexarbeiter. Unter seinem Pseudonym "Sebastian" lernt er auf Dating-Platformen unterschiedliche Kunden kennen. Seine Erlebnisse verarbeitet er zu Kurzgeschichten, denen ein Roman folgen soll. Max versucht, sein Doppelleben geheim zu halten, doch bald muss er feststellen, dass sich die Rolle des Sexworkers nicht ganz falsch anfühlt. Der Finne Mikko Mäkelä hat zuvor mit "Die Hütte am See" auf sich aufmerksam gemacht. Das freizügige Drama wird bei uns von Salzgeber ins Kino gebracht, Starttermin aktuell noch offen.

Queer

Luca Guadagnino wurde in Venedig für seine Lovestory nach dem gleichnamigen Roman von Kultautor William S. Bourroughs gefeiert. Ex-007 gibt (nicht zum ersten Mal!) den schwulen Helden. Als reicher US-Amerikaner muss er in den 1950er Jahren wegen einer Drogenrazzia nach Mexico City flüchten. Dort verknallt er sich in den Ex-Soldaten Eugene (gespielt von Newcomer Drew Starkey). Gemeinsam reist das Paar nach Südamerika, um sich auf die Suche nach der halluzinogenen Pflanze Yage zu machen.

A Nice Indian Boy


Szene aus "A Nice Indian Boy" (Bild: BFI)

Schwule Rom-Com mit indischem Kick. Die stürmische Liebe zwischen dem erfolgreichen Doktor Naveen und Jay führt zu einer spontanen Verlobung. Bleibt als kleines Problem nur noch die Vorstellung von Jay bei der konservativen Familie von Naveen. Dort hatte man eigentlich etwas andere Erwartungen an die Zukunft des Sohnes…

Viet and Nam


Szene aus "Viet and Nam" (Bild: BFI)

Sex auf einem Berg schwarzer Kohlen hat man bislang wohl nicht gesehen. In dieser Lovestory aus Vietnam wird die Leidenschaft unter Tage sinnlich in Szene gesetzt. Die jungen Bergleute Viet und Nam lieben sich. Zusammen schuften sie tausend Meter unter der Erde, wo Dunkelheit herrscht und Gefahren lauern. Gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche nach Nams Vater, der im Krieg verschollen ist, und durchqueren das Land von Norden nach Süden. Die vibrierende Liebesgeschichte wird bei uns von Salzgeber ins Kino gebracht, Starttermin aktuell noch offen.

Queens of Drama

Direktlink | Filmausschnitt aus "Queens of Drama
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Wir schreiben das Jahr 2055. Steevyshady, eine übermäßig botoxierte Youtuberin, erzählt das verrückte Schicksal ihres Idols: Wir folgen der Popdiva Mimi Madamour vom Höhepunkt ihrer Karriere im Jahr 2005 bis in die Tiefen der Hölle, die durch ihre Liebesgeschichte mit der Punk-Ikone Billie Kohler ausgelöst wurde. Ein halbes Jahrhundert lang haben diese Drama-Queens ihre Leidenschaft und ihre Wut auf der Bühne besungen.

Four Mothers


Szene aus "Four Mothers"

Irische Komödie um den schwulen, aufstrebenden Romanautor Edward, der sich um drei exzentrische alte Damen und seine Mutter kümmern muss. Eigentlich gibt es dringende Pressetermine, darunter eine große Lese-Tour durch Amerika. Von seinen drei engsten Freunden kann Edward keine Unterstützung erwarten, die machen lieber gemeinsam einen Pride-Urlaub. Das Remake der Italo-Komödie "Mid-August Lunch" stammt von Darren Thornton ("Ein Date für Mad Mary")

All Shall Be Well

Direktlink | Trailer zu "All Shall Be Well"
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Der diesjährige Teddy-Award-Gewinner erzählt von Angie und Pat, einem gut situierten lesbischen Paar Mitte 60. Seit 30 Jahren leben sie gemeinsam in Pats Eigentumswohnung in Hongkong. Freunde und Familien akzeptieren die Beziehung, von ihrem Umfeld werden sie geschätzt. Nachdem Pat unerwartet stirbt, ändert sich die Lage. Wie schon in "Suk Suk" wirft Ray Yeung einen präzisen Blick auf den oftmals prekären Alltag der älteren queeren Community.

Layla


Szene aus "Layla" (Bild: BFI)

In seinem Debüt erzählt Amrou Al-Kadhis von der Beziehung zwischen der palästinensisch-britischen Drag-Performerin Layla und ihrem weißen, neuen Liebespartner Max. Die Unterschiede der beiden erweisen sich als Herausforderung der jungen Beziehung. So stellt sich bald die Frage, was bedeutet es, jemanden zu lieben, und wie sehr ist man bereit, Kompromisse einzugehen?

Three Kilometres to the End of the World

Direktlink | Trailer zu "Three Kilometres to the End of the World"
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Der Gewinner der Queer Palm von Cannes erzählt vom 17-jährigen Adi, der mit seinen Eltern in einem abgelegenen Dorf im rumänischen Donau-Delta lebt. Als sich der Teenager in den Sommerferien in den Studenten Răzvan verliebt und die beiden beim Küssen beobachtet werden, spitzt sich die Lage dramatisch zu. Die Dorf-Jugend greift zu brutaler Gewalt, die Mutter beauftragt einen Priester mit der Teufelsaustreibung.

Baby

Als der 18-jährige Wellington nach zwei Jahren aus der Haft entlassen wird, sind seine Eltern spurlos verschwunden. Um auf den Straßen von São Paulo zu überleben, muss er als Sexarbeiter anfangen. In einem Pornokino lernt er den etwas älteren Ronaldo kennen, der ihm zeigt, wie die Geschäfte als Stricher laufen. Dabei entwickelt sich zwischen den beiden eine leidenschaftliche und fürsorgliche Beziehung.

-w-