https://queer.de/?51210
FC Fenix
Erstes Fußballteam für trans Männer in Spanien anerkannt
In Spanien spielt ein Fußballteam in einer Amateur-Liga, das ausschließlich aus trans Männern besteht. Für die Spieler ist dies ein Zufluchtsort in einem Sport, der nicht gerade als queerfreundliches Paradies bekannt ist.

Die Jungs vom FC Fenix sind glücklich mit ihrem Verein, auch wenn es mit dem sportlichen Erfolg bislang nicht so klappt (Bild: Instagram / fcfenixbcn)
- 7. Oktober 2024, 14:33h 2 Min.
Ein Männer-Fußball-Team, das ausschließlich aus trans Männern besteht, ist erstmals in einer offiziell anerkannten Liga dabei. Der FC Fenix – benannt nach dem mythischen Vogel Phönix, der Wiedergeburt symbolisiert – ist in einem Vorort von Barcelona zu Hause. Es spielt seit dieser Saison in der fünften Liga der nordöstlichen Region Katalonien. Das erste Ligaspiel für den FC Fenix gab es bereits am 21. September. Sportlich könnte es für die Fenixer noch besser laufen: Der Saisonauftakt begann mit einer 0:19-Niederlage.
Gegenüber Reuters erklärten Spieler des trans Vereins, das das Ergebnis nur Nebensache sei und man froh sei, endlich gleichberechtigt spielen zu können. Der katalanische Fußballverband hatte zuvor den Weg für das Team freigemacht: Bereits seit zwei Saisons können in Männermannschaften Menschen aller Geschlechter antreten. In anderen Regionen ist dies meist nur bei jüngeren Altersklassen möglich.
Spieler berichten von Diskriminierung aufgrund ihrer Transidentität
Einige Spieler berichten, wie sie vorher Probleme hatten, ihrem Lieblingssport nachzugehen. Der 24-jährige Hugo Martinez erklärte, ihm sei zuvor die Teilnahme bei Amateur-Ligaspielen komplett verboten worden: "Ich war ein Junge, der im Mädchenteam gespielt hat", sagte er. Dort durfte er aber wegen seiner Geschlechtsidentität aber nicht mehr mitmachen. Ebenso war ihm aber auch verboten, im Männerteam zu spielen, weil er noch nicht offiziell als Mann anerkannt war.
Inzwischen hat sich die gesetzliche Lage für trans Menschen allerdings entspannt: Letztes Jahr führte die Regierung ein Selbstbestimmungsgesetz ein, das es trans Personen ab 16 Jahren ermöglicht, ihr rechtlich anerkanntes Geschlecht und ihren Vornamen ohne großen bürokratischen Aufwand zu ändern (queer.de berichtete).
Der 19-jährige Fenix-Kapitän Luke Ibanez erklärte, er würde sich in einem Team mit cisgeschlechtlichen Spielern wohl nicht so wohlfühlen, da er Übergriffe oder sogar Gewalt befürchtete. Daher sei er von der Idee eines Fußballvereins für trans Männer begeistert gewesen: "Fenix ist ein Team, das von trans Jungs gegründet wurde und bei den trans Jungs spielen, aber ich denke, es ist so viel mehr: eine Familie und ein sicherer Ort, an dem man frei sein und sich so ausdrücken kann, wie man sich wirklich fühlt." (dk)
|














