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Queerbeauftragter unter Druck

Rücktritts­forderungen gegen Pantisano aus der SPD

Der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano steht nach Kritik am scheidenden SPD-Generalsekretär unter Druck.


Der Queerbeauftragte Alfonso Pantisano hat mit seiner Kritik an Kevin Kühnerts Aussagen und der Veröffentlichung eines Bildes von ihm mit arabischer Kopfbedeckung für Gesprächsstoff gesorgt (Bild: IMAGO / Hanno Bode)
  • 8. Oktober 2024, 10:37h 2 Min.

Die Kritik des Berliner Queerbeauftragten Alfonso Pantisano (SPD) an Kevin Kühnert schlägt in der Sozialdemokratie weitere Kreise: Wie der "Tagesspiegel" am Montag berichtete, kursiert innerhalb der SPD Berlin ein offener Brief von queeren Parteimitgliedern, in dem die Äußerungen Pantisanos kritisiert werden: "Wir sagen ganz deutlich, Du vertrittst uns als Schwule, Lesben und Bisexuelle, die wir in der SPD jenseits der AG Queer Politik machen, nicht mehr", heißt es in dem Brief. Ihm wurde daher der Rücktritt nahegelegt: "Wir sehen Deiner Konsequenzen entgegen", heißt es darin.

/ ChristianLatz_
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Anlass ist die Kritik Pantisanos an Aussagen von Kühnert vom Freitag in einem "Spiegel"-Interview. Kühnert hatte erklärt, es komme seiner Erfahrung nach "aus muslimisch gelesenen Männergruppen" häufiger zu homophoben Übergriffen. Daraufhin warf Pantisano Kühnert einen antimuslimischen "Reflex" vor (queer.de berichtete). Der offene Brief wurde vor Bekanntwerden von Kühnerts Rücktritt als Generalsekretär am Montagnachmittag initiiert. Kühnert hatte diesen Schritt mit gesundheitlichen Problemen begründet (queer.de berichtete).

Pantisano ist am Wochenende für seine Aussagen bereits viel kritisiert worden, auch weil er am Samstag ein altes Model-Bild von ihm mit arabischer Kopfbedeckung veröffentlicht hatte (queer.de berichtete). Damit habe er zeigen wollen, dass jemand auch "muslimisch gelesen" werden könne, wenn er es nicht sei – allerdings kritisierten viele, dass diese Symbolik am ersten Jahrestag des Hamas-Terrorüberfalls auf Israel anders gelesen werden könnte.

Kritik an Pantisano kam auch aus der SPD – etwa vom schwulen Bundestagsabgeordneten Michael Roth. Er schrieb mit Blick auf Pantisano auf X (vormals Twitter): "Es ist absurd, wenn einige in der identitätspol. Bubble meinen, Homophobie nur dann benennen zu dürfen, wenn sie von 'weißen, alten Männern' kommt."

Auch die Berliner SPD-Landesvorsitzenden Nicola Böcker-Giannini und Martin Hikel stellten sich nicht hinter ihren Queerbeauftragten. Sie erklärten: "Alfonso Pantisano hat keine Funktion im SPD-Landesverband Berlin und ist beim Berliner Senat angestellt. Seine Äußerungen machen wir uns nicht zu eigen."

Aus anderen Parteien kam ebenfalls Kritik: "Der reflexhafte Rassismus-Vorwurf ist Unsinn", erklärte etwa der ehemaligen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im "Tagesspiegel" (Bezahlartikel). "Es ist schlicht die Realität: Deutschland ist durch irreguläre Migration homophober, frauenfeindlicher und gewaltaffiner geworden." Weiter sagte der schwule Christdemokrat: "Das hat zu oft mit einer kulturellen Prägung aus dem arabisch-muslimisch Raum zu tun." (dk)

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