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Opern-Performance

Nach Übelkeit bei "Sancta": Berliner Volksbühne gelassen

Nach der queeren "Sancta"-Performance in Stuttgart klagten geschockte Besucher*innen über Übelkeit. Im November kommt das Stück an die Berliner Volksbühne. Für das Theater erst mal kein Grund zur Sorge.


Liebestolle Nonnen und lesbischer Sex: Szene aus "Sancta" (Bild: Nicole Marianna Wytyczak)
  • 11. Oktober 2024, 11:27h 2 Min.

Nach Berichten über Notarzteinsätze bei der provokanten queeren Opern-Performance "Sancta" in Stuttgart blickt die Volksbühne in Berlin gelassen auf die beiden Vorstellungen, die im November an dem Haus geplant sind. Die Vorzeichen für die Inszenierung der österreichischen Performance-Künstlerin Florentina Holzinger seien anders, sagte eine Sprecherin des Theaters der Deutschen Presse-Agentur.

Das Publikum sei in Berlin durch Bühnen-Spektakel wie "Ophelia's Got Talent" schon an Holzingers Stücke gewöhnt. Man gehe davon aus, dass vor allem Fans oder erprobte Zuschauer*innen zu den geplanten Vorstellungen im November kämen, sagte die Sprecherin. Natürlich achte man aber auf die Sicherheit und Gesundheit des Publikums.

Vorstellungen an Volksbühne schnell ausverkauft

So hätten Mitarbeiter*innen des Abend-Dienstes zum Beispiel eine Erste-Hilfe-Ausbildung. Das Theater empfiehlt die Inszenierung ab 18 Jahren und weist auf Trigger-Warnungen hin – etwa wegen "expliziter Darstellung oder Beschreibung körperlicher oder sexualisierter Gewalt".

Zusätzliche Maßnahmen sollen laut der Sprecherin nicht ergriffen werden. Die beiden Vorstellungen am 15. und 16. November waren demnach sehr schnell ausverkauft. Auch für die verbliebenen fünf Vorstellungen in Stuttgart gibt es nach der bundesweiten Medienberichte über die Schockreaktionen keine Karten mehr.

In Stuttgart fielen Besucher*innen in Ohnmacht

Bei den ersten beiden "Sancta"-Abenden an der Staatsoper in Stuttgart hatten Besucher*innen über Übelkeit geklagt, einige waren in Ohmacht gefallen (queer.de berichtete). In drei Fällen waren nach Opern-Angaben Ärzt*innen dazugeholt worden.


Bei "Sancta" fliegt auch eine kleinwüchsige Päpstin durch die Luft (Bild: Matthias Baus)

Mit ihren Arbeiten, bei denen sie radikal und freizügig weibliche Körper in Szene setzt, schmerzhafte Stunts einbaut und auch vor Trash nicht zurückschreckt, sorgt Holzinger seit Jahren für Aufsehen in der Theaterwelt. In "Sancta" bringt sie mit aufreizender Deutlichkeit lesbische Liebesszenen auf die Bühne, zieht christliche Rituale ins Lächerliche und prangert die sexuelle Unterdrückung der Frau an. (cw/dpa)

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