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Neues Buch

Gottschalk wundert sich über das Gendern

Thomas Gottschalk zeigt sich in seinem neuen Buch irritiert darüber, wie sich die Welt entwickelt hat.


Thomas Gottschalk am 11. Oktober in der WDR-Talkshow "Kölner Treff" (Bild: IMAGO / Panama Pictures)

  • 16. Oktober 2024, 09:53h 3 Min.

Der langjährige Entertainer Thomas Gottschalk (74) hat im Vorwort zu seinem am Mittwoch erschienen Buch "Ungefiltert" (Amazon-Affiliate-Link ) sein Unverständnis über geschlechtergerechte Sprache zum Ausdruck gebracht. Nach der Anrede "Liebe Lesende" schrieb er: "Wenn ich meine 'Zuschauer' begrüße, dann meine ich alle. Alte und Junge. Homosexuelle genauso wie Heteros, Arme und Reiche." Weiter heißt es: "Die spüren das auch und ich bekomme es immer wieder bestätigt". Warum solle er gedankliche Kapriolen schlagen oder das tun, was ihm eventuell als "Gendern" bei einigen Leuten Punkte bringen würde, nur weil der Zeitgeist es von ihm verlange.

In dem insgesamt wenig selbstkritischen Buch hadert Gottschalk mit der Gegenwart. In einem anderen Kapitel nimmt er etwa die Generation Z unter die Lupe, die für Work-Life-Balance statt Karriere sei. "Ich muss zugeben, dass ich auch zu denen gehöre, die sich bang fragen: '… und wie soll das bitte weitergehen?'" Für das Fernsehen sei diese Generation verloren. "Die Gen-Z will vom Fernsehen überhaupt nichts mehr wissen."

Nicht nur die Jugend bekommt in Gottschalks neuem Werk ihr Fett weg, auch der jüngere seiner beiden Söhne muss sich einiges wegen seiner "schauderhaften Sammlung von Tattoos am Leibe, von denen das eine nicht zum anderen passt" anhören. Da sitze eine Micky-Maus-Karikatur neben einem gotischen Schriftzug. Er habe nicht nur ein Problem mit dem Stilmix – er wolle auch nicht verstehen, dass ein Mensch mit einer Micky Maus am Leib durchs Leben gehen wolle, schreibt der Entertainer.

"'Bereuen' tue ich gar nichts"

Gottschalk zeigt sich auch pikiert darüber, dass man ihn zum peinlichen Urvater des Herrenwitzes gemacht habe. In dieser Causa würde er sich sogar einiger Ausrutscher schuldig bekennen, die ihm heute so nicht mehr herausrutschen würden. "Gewisse Dinge passen nicht mehr in die Zeit, ob ich das so sehe oder nicht spielt da keine Rolle, als Entertainer bist Du nur dem Publikumsgeschmack verpflichtet", so der 74-jährige TV-Moderator. "Wenn der sich ändert, musst Du Dich auch ändern." Gleichzeitig betont er auch: "'Bereuen' tue ich gar nichts."

Wenn man sein Buch lese, habe man zwei Möglichkeiten, so Gottschalk. "Man kann meiner Meinung sein oder eine ganz andere haben. Beides ist mir recht." Lernen könne man von ihm gar nichts. "Für alle, die sich für meine Gedanken zur aktuellen Situation des Showbusiness interessieren, habe ich es geschrieben." Bisher habe er immer das gesagt, was ihm den größten Beifall garantiert habe. "In meinem Alter muss man nicht mehr 'cool' sein, das war ich mein Leben lang."

Gottschalk hatte vor "Ungefiltert" schon zwei Bücher geschrieben: "Herbstblond" aus dem Jahr 2015 und zuletzt "Herbstbunt" von 2019, in dem er auch über den Kampf gegen seine eigene Homophobie schrieb (queer.de berichtete). (dpa/dk)

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