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Katholische Kirche

Vatikan: Gläubige mit "Equality"-Plakat auf Petersplatz festgenommen

Die Aktivist*innen von "Wir sind Kirche" fordern eine Gleichberechtigung unter anderem von queeren Menschen in der Kirche. Derweil wurde eine Audienz von trans und inter Personen beim Papst bekannt.


Das harmlose und friedlich gehaltene Plakat war nur für wenige Minuten auf dem Petersplatz zu sehen (Bild: We are church)

  • 17. Oktober 2024, 11:03h 3 Min.

Während des öffentlichen Gebetes von Papst Franziskus am Sonntag zum Abschluss der Weltsynode sind am Sonntag mehrere progessive Gläubige auf dem Petersplatz von der italienischen Polizei festgenommen worden.

Die Angehörigen der weltweiten Reformbewegung "Wir sind Kirche" hatten ein Plakat mit dem Aufdruck "Equality" mitgebracht, mit dem sie die Gleichberechtigung von Frauen, Laien, queeren Menschen und Verheirateten in der Kirche fordern und laut einer Pressemitteilung Solidarität mit dem Papst ausdrücken wollten.

Beamte hätten die Gruppe innerhalb weniger Minuten umzingelt, zur Entfernung des Banners aufgefordert und sieben Mitglieder für bis zu vier Stunden festgenommen. Gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur ("Polizei verbietet LGBTQ-Plakate") berichtete die Gruppe, die gemäß Verträgen in Eigenverantwortung handelnde Polizei habe Ausweise der Aktivist*innen eingesammelt und zwei Personen, die sich nicht ausweisen konnten, in Handschellen vom Petersplatz abgeführt. Andere Banner und Gruppen hätte die Polizei unbehelligt gelassen.

Reformen eingefordert

"Equality" sei ein Hauptthema der Synode und sollte als Plakataufdruck legitim sein, so "Wir sind Kirche". Das vatikanische Sicherheitssystem "sollte nicht dazu genutzt werden, nur konservative Stimmen zu fördern, wenn auch viele Reformstimmen Papst Franziskus unterstützen".

Die Gruppe hatte zeitgleich zur aktuellen Synode, bei der Themen wie Homosexualität ausgeklammert wurden (queer.de berichtete), ihr Jahrestreffen in Rom abgehalten – "als Unterstützung der umfangreichen Reformagenda des weltweiten Synodalen Prozesses 2021-2024, aber auch als Mahnung, die dringend anstehenden grundlegenden Reformen keinesfalls auf die lange Bank zu schieben oder entscheidende Fragestellungen in intransparente Studiengruppen auszulagern". Laut einer deutschsprachigen Pressemitteilung habe man dazu viele Gespräche während der Synode führen können.

Papst mit queerer Privataudienz

Papst Franziskus setzt im Umgang mit queeren Menschen und weiteren Reformen immer wieder gemischte bis widersprüchliche Signale. So wurde inzwischen auch eine am Samstag abgehaltene Privataudienz des Papstes bekannt, in der es um den kirchlichen Umgang mit trans und inter Personen ging.

Das New Ways Ministry, ein 1977 gegründeter Zusammenschluss queerer und queerfreundlicher Katholik*innen aus den Vereinigten Staaten, hatte das Treffen gemäß einer Pressemitteilung vorbereitet. Laut der Nachrichtenagentur Reuters war die rund 80 Minuten dauernde Begegnung nicht auf dem öffentlichen Terminkalender des Papstes vermerkt und wurde auch im Nachhinein nicht thematisiert.


Das New Ways Ministry veröffentlichte mehrere Bilder der Privataudienz

Bei dem Treffen sei der Papst gebeten worden, die negative Haltung zu geschlechtsangleichenden Maßnahmen hinter sich zu lassen und das Gespräch mit Betroffenen zu suchen. Erst im April hatte der Vatikan das Dokument "Dignitas infinita" veröffentlicht, das betont, mit solchen Eingriffen würde "die einzigartige Würde" bedroht, "die ein Mensch vom Moment der Empfängnis an besitzt" (queer.de berichtete).

An dem Gespräch nahmen unter anderem ein gläubiger trans Mann, eine intersexuelle Frau, die Eltern eines trans Mädchens, das einen Selbstmordversuch unternahm, und eine Ärtzin teil, die geschlechtsangleichende Maßnahmen durchführt. Aussagen des Papstes aus der Audienz wurden nicht bekannt. (cw)

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