https://queer.de/?51378
Absage
Transfeindliche "Harry Potter"-Autorin will nicht ins Oberhaus
J.K. Rowling wurde von einer queerfeindlichen Politikerin für das Oberhaus vorgeschlagen. Doch die Erfolgsautorin, die sich jetzt dem Kampf gegen trans Menschen verschrieben hat, winkte ab.
- 21. Oktober 2024, 09:00h 2 Min.
Die britische Autorin J.K. Rowling will partout nicht ins britische Oberhaus. Sie habe bereits zwei Mal ein Angebot ausgeschlagen und würde das auch ein drittes Mal tun. "Es wird als schlechter Stil angesehen, darüber zu reden, aber angesichts der besonderen Umstände will ich eine Ausnahme machen", schrieb die 59-Jährige auf der Plattform X (früher Twitter). "Ich habe eine Lordschaft schon zwei Mal ausgeschlagen einmal unter Labour, einmal unter den Tories. Wenn ich sie ein drittes Mal angeboten bekäme, würde ich sie wieder nicht annehmen. Es liegt nicht an ihr, es liegt an mir", schrieb Rowling am Sonntag.
/ jk_rowlingIts considered bad form to talk about this but Ill make an exception given the very particular circumstances. Ive already turned down a peerage twice, once under Labour and once under the Tories. If offered one a third time, I still wouldnt take it. Its not her, its me. https://t.co/LnLoG8qc3p
J.K. Rowling (@jk_rowling) October 20, 2024
|
Die Schriftstellerin reagierte damit auf Aussagen der queerfeindlichen Politikerin und ehemaligen Gleichstellungsministerin Kemi Badenoch von den oppositionellen Tories in einer Debatte um den Umgang mit Geschlechtsanpassungen vor allem bei Teenager*innen. Badenoch, die sich um den Parteivorsitz bei den Tories beworben hat, hatte in einem Interview erklärt, sie habe bereits erfolgreich Kinderärztin Hilary Cass einen Sitz im Oberhaus verschafft und könne dies auch für Rowling tun, falls sie als Parteivorsitzende gewählt werde.
Die Kinderärztin Cass hatte im Frühjahr einen von LGBTI-Aktivist*innen kritisierten Untersuchungsbericht über die Angebote des staatlichen Gesundheitsdienstes für trans Jugendliche veröffentlicht. Sie war zu dem Schluss gekommen, dass für die praktizierte Verschreibung von Medikamenten für Teenager*innen, darunter sogenannte Pubertätsblocker, die das Einsetzen von Pubertätsmerkmalen wie Menstruation, Brustwachstum und Stimmbruch verhindern, nicht ausreichend Forschungsevidenz vorliegt. Rowling hatte sich zustimmend zu dem Bericht geäußert. Die LGBTI-Organisation Stonewall kritisierte, der Bericht könne dazu führen, dass "Kindern und Jugendlichen die Gesundheitsversorgung, die sie brauchen, verweigert wird".
Hintergrund ist die in Großbritannien erbittert geführte Debatte über die Anerkennung und Behandlung von trans Menschen, in der Rowling in den letzten Jahren reaktionäre Positionen bezogen hatte. Dabei diffamierte sie wiederholt trans Frauen als Männer und Verbrecher. So sprach sie in einem sarkastischen Twitter-Eintrag über eine trans Frau als eine "penishaltige Person, die dich vergewaltigt hat" (queer.de berichtete). Erst kürzlich bezeichnete sie die erste trans Teilnehmerin bei den Paralympics, Valentina Petrillo, als Betrüger (queer.de berichtete). Dabei hatte sich die Italienerin für das Event qualifiziert und alle Voraussetzungen erfüllt. (dpa/cw)















