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Frauen- und Queerfeindlichkeit beklagt

Stoppt Saudi-Vertrag: Fußballerinnen schreiben Brief an FIFA

Im April verkündet der Fußball-Weltverband FIFA einen Sponsoren-Deal mit dem größten saudi-arabischen Ölkonzern. Dagegen protestieren mehr als 100 Topspielerinnen nun in einem offenen Brief.


Der Fußball-Weltverband FIFA hat kein Problem damit, mit Ländern zusammenzuarbeiten, die Homosexualität mit der Todesstrafe bedrohen (Bild: Ben Sutherland / flickr)

  • 21. Oktober 2024, 09:41h 3 Min.

Mehr als 100 Profifußballerinnen aus 24 Ländern haben den Weltverband FIFA dazu aufgefordert, den Sponsorenvertrag mit dem saudi-arabischen Ölkonzern Aramco zu beenden. Saudi-Arabien habe "Milliarden für Sport-Sponsoring ausgegeben, um von dem brutalen Ruf des Regimes in Bezug auf die Menschenrechte abzulenken", heißt es in einem offenen Brief, den unter anderem die deutsche Nationalspielerin Paulina Krumbiegel von Juventus Turin sowie Bayern Münchens ehemalige Torhüterin Erin Nayler aus Neuseeland unterzeichneten. Die Behandlung von Frauen in dem Land spreche für sich, hieß es weiter.

Aramco ist der größte Ölkonzern der Welt und gehört zu mehr als 90 Prozent dem saudi-arabischen Staat. Die FIFA hatte die Partnerschaft mit dem Unternehmen im April dieses Jahres verkündet. Der bis 2027 gültige Vertrag gewährt Aramco unter anderem Sponsorenrechte für die Männer-WM 2026 und die Frauen-WM 2027.

Die insgesamt 106 Fußballerinnen aus allen Kontinenten kritisieren, dass gerade eine Partnerschaft mit einem Unternehmen aus Saudi-Arabien die Fortschritte und Entwicklungen des Frauenfußballs in den vergangenen Jahren "weit zurückwerfen" würden. "Die saudische Führung tritt nicht nur die Rechte der Frauen mit Füßen, sondern auch die Freiheit aller anderen Bürger", heißt es in dem Schreiben. "Stellen Sie sich vor, wenn von LGBTQ+-Spielerinnen, von denen viele Heldinnen unseres Sports sind, erwartet wird, bei der WM 2027 für den staatlichen Ölkonzern eines Regimes zu werben, das genau die Beziehungen kriminalisiert, in denen sie leben und für die sie stehen." In Saudi-Arabien ist Homosexualität nicht nur verboten, sondern kann sogar mit der Todesstrafe geahndet werden.

Weiter heißt es in dem offenen Brief: "Wir werden weiter für eine Welt des Fußballs kämpfen, in wahrhaft für alle Spieler*innen und Fans auf dem Spielfeld und auf der Tribüne willkommen sind."

FIFA verteidigt Sponsoring

Ein Sprecher des Weltverbandes verteidigte die Zusammenarbeit auf Nachfrage und erklärte: "Die FIFA ist eine integrative Organisation mit vielen kommerziellen Partnern, die auch andere Organisationen im Fußball und anderen Sportarten unterstützen." Er widersprach dem Vorwurf, dass die Partnerschaft den Frauenfußball zurückwerfen werde – ganz im Gegenteil würde der Sport davon profitieren, da "die von der FIFA erzielten Sponsoringeinnahmen auf allen Ebenen wieder in den Sport investiert werden und die Investitionen in den Frauenfußball weiter zunehmen."

Zuletzt gab es Proteste, weil Saudi-Arabien einziger Bewerber für die Austragung der Herren-WM 2034 ist. Amnesty International rief daher unlängst die FIFA dazu auf, bei der Vergabe von Sportevents auch Menschenrechte zu beachten (queer.de berichtete). (dpa/cw)

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