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- 05. Juli 2006 3 Min.
Der erfolgreichste südkoreanische Film aller Zeiten ist Chinas Zensoren zu schwul.
Von Dennis Klein
Zwölf Millionen Menschen - ein Viertel der Bevölkerung - strömten in die südkoreanischen Kinos, um den Film um einen tyrannischen König und dessen eloquente Hofnarren zu sehen. "Der König und der Clown" wurde der mit Abstand erfolgreichste Film des Landes. Einnahmen allein im Inland: rekordverdächtige 70 Millionen Euro - und das bei einem Budget von unter zwei Millionen Euro. Doch nicht überall ist der Film willkommen: China hat nun die Aufführung verboten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Grund: Der König wirft ein Auge auf einen der Hofnarren.
"Der König und der Clown" ist ein Historienschinken, der im Korea des 16. Jahrhunderts spielt. Die Clowns Jang-sang und Gong-gil verdienen sich darin ihren Lebensunterhalt mit Straßentheater. Jang-sang übernimmt dabei die Männerrollen, der äußerst weiblich agierende Gong-gil schlüpft in Frauenkostüme. Seine Darbietungen sind so perfekt, dass er oft für eine "echte" Frau gehalten wird. Zu ihrem Repertoire gehören auch Sketche über den König und seine Konkubine. Als die Behörden von der ungehörigen Vorstellung Wind bekommen, werden die Clowns verhaftet und zum Tode verurteilt. Doch der König schaut sich vor der Vollstreckung den Sketch an - und findet die beiden so lustig, dass er sie zu seinen Hofnarren macht. Schnell wird jedoch die Frau des Königs eifersüchtig, als der Herrscher sich in den weiblichen Gong-gil verguckt.
In Korea war der Film nicht nur ein Publikumserfolg. Auch die Kritiker überschlugen sich des Lobes. 15 Mal wurde "Der König und der Clown" für das koreanische Äquivalent des Oscars nominiert - auch das ein neuer Rekord.
Für westliche Verhältnisse ist der schwule Zusammenhang allerdings geradezu stiefmütterlich dargestellt. In einer Szene wirft der König dem Hofnarren lüsterne Blicke zu - das war's. Zwar wird angedeutet, dass es sich nicht nur um eine platonische Liebe handelt, sondern es auch in den königlichen Gemächern hart zur Sache geht. Sex- oder zumindest Kussszenen á la "Brokeback Mountain" sind jedoch Fehlanzeige.
Den Zensoren in China war das trotzdem viel zu viel. Im letzten großen kommunistischen Reich gilt Homosexualität weiterhin als tabu. Von der Kulturrevolution bis in die 90er Jahre wurden Schwule zu langen Gefängnisstrafen verurteilt oder sogar exekutiert. Bis 2001 klassifizierte das Regime Schwule und Lesben noch als geistesgestört. Inzwischen haben sich die Einstellungen zu Homosexualität gelockert, allerdings gilt das Thema weiterhin als tabu. Anfang des Jahres hat das Regime bereits "Brokeback Mountain" verboten (queer.de berichtete). Auch schwule Websites ließen die Oberen unlängst schließen (queer.de berichtete). Immerhin haben die Chinesen die Möglichkeit, den Film auf DVD zu erhalten. Beim Verkauf hat die Regierung bislang ein Auge zugedrückt.
5. Juli 2006
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20:15h, rbb:
Legenden
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quelle wäre nett, danke.