https://queer.de/?51428
Berliner Erfolgsproduktion startet ins vierte Jahr
"Operette für zwei schwule Tenöre" kommt nach Dresden und Polen
Die "Operette für zwei schwule Tenöre" von Johannes Kram und Florian Ludewig wird international: Nächstes Jahr wird das Stück erstmals in Polen aufgeführt.

Die "Operette für zwei schwule Tenöre" war 2021 in Berlin uraufgeführt worden (Bild: Stephan Noë)
- 25. Oktober 2024, 10:32h 3 Min.
Die preisgekrönte "Operette für zwei schwule Tenöre" startet ins vierte Jahr: Am 30. Oktober geht ein dreiwöchiger Spielblock im Berliner BKA-Theater los. Dort war das Stück im Herbst 2021 uraufgeführt worden (queer.de berichtete). Außerdem sind unter anderem eine neue feste Spielstätte, Orchesterauftritte und ein Gastspiel in Polen geplant.
Konkret wird die Produktion auch in der nächsten Saison nicht nur erneut in Berlin und an ihrem zweiten "Heimat-Spielort", dem "Schmidtchen" in Hamburg, in mehreren Blöcken zu sehen sein. Für das Frühjahr 2025 ist die "Comödie Dresden" als dritte feste Spielstätte geplant – nach Berlin und Hamburg ein weiterer Ort, an dem die Ur-Inszenierung des Stücks von Johannes Kram (Text) und Florian Ludewig (Musik) en suite aufgeführt wird.
Bereits am 25. November dieses Jahres wird das Werk erstmals im Ausland aufgeführt: Es ist das zweite deutsche Stück, das (mit polnischen Untertiteln) auf dem renommierten polnischen Musiktheaterfestival "Czas na teatr" ("Zeit für Theater") in Posen präsentiert wird. Im Anschluss an die Aufführung wird ein polnisch-deutsches Publikumsgespräch stattfinden, das simultan in beide Sprachen übersetzt wird, um einen "Austausch unter Nachbarn" über das Stück zu ermöglichen. Neben den Machern der Operette werden auch deutsche Fans anwesend sein, die das Stück aus dem BKA-Theater kennen und eigens aus Berlin anreisen.
Die ursprünglich als Off-Produktion gestartete "schwule Operette" etabliert sich zudem zunehmend auch in der klassischen Operettenwelt großer Bühnen. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Theater Cottbus das Experiment gewagt, auf seiner großen Operettengala mit Solist*innen, Opernchor und dem Philharmonischen Orchester neben Werken von Johann Strauß, Franz von Suppè und Emmerich Kálmán auch zwei Stücke aus der "Operette für zwei schwule Tenöre" zu präsentieren. Nach dem umjubelten Erfolg der Orchester-Premieren von "Champagner von Aldi" und "Ich steh' total auf Jens Riewa" werden diese Stücke nun auch bei den Chemnitzer Operetten-Galas am 3. November und 1. Dezember aufgeführt. Auch weitere Projekte um die Operette sind geplant.
Im Mittelpunkt der "Operette für zwei schwule Tenöre" stehen 16 von Ludewig im Stil der "goldenen Operette" komponierte neue "Schmacht-Walzer" und Operetten-Schlager. In der Handlung der Operette geht es um ein schwules Beziehungsdrama: Tobi hat sich von Jan getrennt. Der versteht die Welt nicht mehr, schließlich hatten sie doch in den letzten Jahren ein Leben zusammen aufgebaut, mit allem, was sich beide (und doch besonders Jan!) immer gewünscht hatten: Ein Häuschen auf dem Land samt Gartenidylle, selbstgemachter Marmelade und freundlich grüßenden Nachbarn. Doch ohne jede Vorwarnung hat sich Jan aus dem Staub gemacht, ist nach Berlin gezogen, will sich in der Großstadt "ausleben".
Für das Stück erhielt Johannes Kram den Musical Theater Preis 2022 in der Kategorie "Beste Liedtexte" (queer.de berichtete). (pm/cw)
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de















