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Fußball

"We love 'schwule Scheiße'": Pauli-Fans pfeifen Behrens aus

Mit kreativen Spruchbändern, vielen Regenbogenfahnen und einem Pfeifkonzert haben die Fußball-Fans des FC St. Pauli beim Nordduell gegen den VfL Wolfsburg gegen den homophoben Gäste-Stürmer Kevin Behrens protestiert.


Klare Ansage im Millerntor-Stadion (Bild: IMAGO / Oliver Ruhnke)

Mit vielen Pride-Fahnen, Regenbogen-Kleidung und Klartext-Bannern haben die Fußball-Fans des FC St. Pauli beim Nordduell gegen den VfL Wolfsburg gegen Gäste-Stürmer Kevin Behrens protestiert. Sie folgten damit einem Aufruf des Fan-Netzwerks St. Pauli Pride. Unter anderem stand auf einem Spruchband "We love 'schwule Scheiße'", auf einem anderen "Mehr Liebe, weniger Kevin B.". Bei seiner Einwechslung kurz vor Schluss in der 89. Minute wurde Behrens ausgepfiffen. Nach dem Spiel musste der 33-Jährige von Ordner*innen mit Schirmen geschützt werden.

Auch St.-Pauli-Kapitän Jackson Irvine hatte sich bei einem Fernsehinterview nach dem 0:0 extra eine Regenbogen-Fahne um die Hüfte gewickelt. "Uns ist das immer wichtig, an manchen Tagen ist es noch wichtiger", sagte der Australier in Stadion, ohne Behrens namentlich zu nennen. "Wir wollen eine positive Botschaft in die Welt tragen."

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Behrens wollte kein Trikot in Regenbogenfarben signieren

Anlass für die Proteste waren Äußerungen von Kevin Behrens im September. Bei einer internen Aktion des VfL hatte sich der Fußball-Profi geweigert, ein in Regenbogenfarben verziertes Trikot zu unterschreiben, und dazu gesagt: "So eine schwule Scheiße unterschreibe ich nicht" (queer.de berichtete).

Der 33-Jährige hat sich inzwischen für seine Äußerungen entschuldigt und wurde von seinem Verein intern mit Strafen belegt (queer.de berichtete).

VfL-Sportdirektor stellt sich hinter Behrens

Sportlich halten die Niedersachsen weiter an dem Angreifer fest. "Mit Kevin haben wir jetzt oft genug diskutiert. Ich glaube, wir haben klar gesagt, dass es ein Fehler war, dass es ein klares Fehlverhalten war", erklärte VfL-Sportdirektor Sebastian Schindzielorz nach dem Spiel in Hamburg. "Er hat sich entschuldigt. Wir haben es sanktioniert." Insofern glaube er, dass Behrens das nach seinem Fehler noch einmal über sich ergehen lassen musste. "Und dann finde ich, sollte das jetzt auch mal gut sein."

"Er ist professionell, wirklich professionell", sagte Schindzielorz über seine Erfahrungen mit Behrens. "Er versucht, sich einzubringen, er versucht zu arbeiten, er versucht, für die Mannschaft da zu sein." Der Sportdirektor betonte, er habe nicht den Eindruck, "dass Behrens sich davon runterziehen lässt". (cw/dpa)

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