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Zeugen Jehovas
Luke Evans berichtet von Jugend in homophober Sekte
Schauspieler Luke Evans wusste schon früh, dass er schwul war. Doch genau das war in seiner Zeugen-Jehovas-Familie verboten, was ihn ungeheuer belastete.
- 29. Oktober 2024, 10:18h 3 Min.
Der britische Actionstar Luke Evans hat vor der Veröffentlichung seiner Autobiografie gegenüber dem "Guardian" über seine schwierige Zeit als junger Schwuler bei den Zeugen Jehovas erzählt – und die Glaubensgemeinschaft als "inhuman" bezeichnet. Der Schauspieler war 1979 in eine Familie im ländlichen Wales geboren worden, die der christlichen Endzeitsekte angehört. Die Zeugen Jehovas halten Homosexualität für ungöttlich und behaupten, der Teufel wolle die Menschheit damit zugrunde richten (queer.de berichtete).
Im am 7. November erscheinenden Buch "Boy from the Valleys: An Unexpected Journey" (Amazon-Affiliate-Link ) spricht Evans darüber, dass er im Alter von 13 Jahren getauft worden sei, obwohl er schon gewusst habe, dass er schwul ist. "Ich dachte, wenn ich das tue, dann löst sich das Problem auf", so der Schauspieler. Jeden Abend habe er dann in der Kirche "schreckliche Dinge" über Menschen wie ihn gehört. "Alles, an das ich denken konnte, war: Wenn ich das Problem nicht löse, verliere ich meine Mama und meinen Papa. Ich werde alles verlieren, das ich je gekannt habe und werde außerdem beim Weltuntergang sterben. Ich habe mir also die Todesstrafe gegeben, wenn ich das Problem nicht löse." Auf die Frage, ob er an diese "Todesstrafe" durch Gott wirklich geglaubt habe, antwortete er: "Zu 100 Prozent".
Mehr Angst vor Verlust der Eltern als vor Tod
Seine Angst vor dem Verlust der Eltern sei größer gewesen als seine Angst vor dem Tod, so Evans weiter. Hintergrund ist, dass die Zeugen Jehovas Ex-Mitglieder sozial ausschließen, selbst eigene Verwandte. Erst als er erwachsen war, outete er sich öffentlich – 2002 in einem Interview mit dem queeren US-Magazin "The Advocate". Dieses hätten auch die Chefs seiner walisischen Gemeinde gelesen – und dann seine Exkommunikation veranlasst.
Er habe sich mehrfach vorgestellt, so Evans, wie seine Eltern damals in der Kirche – dem sogenannten Königreichssaal – saßen, während die Prediger erklärten, dass er nicht mehr Teil der Kirche sei. "Ich sollte eigentlich sehr wütend sein, aber das bin ich nicht", sagte er. Er wolle, dass niemand das erleben müsse, was er erlebt habe. Er akzeptiere aber, dass seine Eltern ein Leben hätten, "das für sie gut funktioniert". Zudem hätten sie ihn nicht ausgestoßen, sondern seien immer noch im Kontakt.
Anfang des Jahres hatte auch der frühere "Prince Charming"-Kandidat Alexander Gutbrod vor der Queerfeindlichkeit der Zeugen Jehovas gewarnt (queer.de berichtete). Er hatte sich als 28-Jähriger von der Sekte losgesagt. "Ich kann es nicht verantworten, dass weiterhin Kinder hineingeboren werden in diese Sekte, und keiner bekommt mit, was dort wirklich passiert", so Gutbrod. (dk)















