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Weiblichkeit infrage gestellt

Nach Verleihung von "Sexist Man Alive"-Preis an Politikerin: Sexismus-Vorwürfe gegen "Emma"

Erneut hat Alice Schwarzers Magazin einem "Feind" den Preis "Sexist Man Alive" verliehen – der FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Ein Schritt, auf den viele mit Kopfschütteln reagieren.


Wer sich Alice Schwarzer entgegenstellt, muss offenbar fürchten, zum "Sexist Man Alive" ernannt zu werden – selbst wenn er eine Frau ist… (Bild: Manfred Werner / wikipedia)

  • 29. Oktober 2024, 16:00h 2 Min.

Die feministische Zeitschrift "Emma" hat vor wenigen Tagen den jährlichen Negativpreis "Sexist Man Alive" an die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack Zimmermann verliehen – und damit auch viel Kritik hervorgerufen. Die "Auszeichnung" wird seit 2019 jedes Jahr an einen Mann verliehen, den die "Emma"-Redaktion als größten Sexisten des Jahres ansieht.

"Emma" kritisierte Strack-Zimmermann als "ganzen Kerl", der "Russland am liebsten sofort eigenhändig in die Luft jagen" würde. Hintergrund ist, dass die FDP-Politikerin Russland wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine wiederholt scharf kritisiert hat und mit Nachdruck mehr Waffenlieferungen für das überfallene Land fordert. "Emma" rückte in einem polemischen Artikel diese Position in die Nähe des Nationalsozialismus ("Zusammen bis zum totalen Sieg?").

Warum Strack-Zimmermann sexistischer als alle Männer auf dem Planeten sein soll, verriet "Emma" freilich nicht. Der "Sexist Man Alive"-Preis wurde allerdings schon in den letzten Jahren weniger aus nachvollziehbaren Gründen verliehen, sondern ging an Prominente, die sich schlicht mit Gründerin Alice Schwarzer oder ihren Positionen angelegt hatten. 2023 wurde etwa ZDF-Komiker Jan Böhmermann ausgezeichnet, nachdem dieser Schwarzers Transphobie kritisiert hatte (queer.de berichtete). Im Jahr zuvor hatte Publizist Sascha Lobo den Preis erhalten, weil dieser sich gegen das von "Emma" propagierte Prostitutionsverbot ausgesprochen hatte (queer.de berichtete).

Strack-Zimmermann bedankt sich bei "ewiggestrigem Blatt"

Strack-Zimmermann reagierte auf die "Auszeichnung" bereits auf X (vormals Twitter). "Ich fühle mich sehr geehrt und nehme diese Auszeichnung an", so die Liberale. "Dass sich ein ewiggestriges Blatt wie EMMA so an mir abarbeitet, zeigt, dass ich auf dem politisch richtigen Weg bin. Beweist die Auszeichnung doch auch den tiefen intellektuellen Abstieg von Alice Schwarzer, die heute ausgerechnet das Leid von Frauen durch Kriegsverbrechen negiert, statt ihnen zu helfen."

/ MAStrackZi
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An der Auszeichnung einer Frau als größten Sexisten der Welt gab es viel Kritik. Dramatikerin Anne Rabe erklärte etwa auf X (vormals Twitter): "Die Entwertung intellektueller und lesbischer Frauen fand oft dadurch statt, ihre Weiblichkeit infrage zu stellen und sie als Mann zu bezeichnen." Dass die Zeitschrift "dieses homophobe und frauenfeindliche Motiv" nutze, delegitimiere sie "als Sprecherin für Frauen endgültig".

/ AnneRabe2
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Auch die lesbische Moderatorin Bettina Böttinger kritisierte Alice Schwarzers Magazin scharf: "Freier Fall in Richtung Sexismus. EMMA gegen Frauen. Schade. Fing anders an. Damals. Lange her", erklärte die 68-Jährige. (cw)

/ BoettingerB
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