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"Ein erschreckendes Maß an Ignoranz"
Hessen streicht Mittel für Rainbow Refugee Support
- 5. November 2024, 11:48h 2 Min.
Das CDU-geführte hessische Gesundheitsministerium hat vergangene Woche angekündigt, die Förderung des von den hessischen Aidshilfen organisierten Geflüchtetennetzwerks Rainbow Refugee Support ab dem nächsten Jahr ersatzlos zu streichen. Bislang hatte die Förderung 200.000 Euro pro Jahr betragen. Laut der Aids-Hilfe Hessen können damit Geflüchtete an den sechs Standorten des Projekts nicht mehr unterstützt werden.
Das Projekt hilft derzeit laut seiner Website "Menschen, die aufgrund der Verfolgung ihrer sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität im Herkunftsland nach Deutschland geflohen sind, bei der Klärung ihrer Aufenthaltsperspektive, bei Fragen zur medizinischen Versorgung, leistet Hilfen zur Existenzsicherung und sozialrechtliche Beratung und unterstützt bei der Unterbringung und Integration". Landesweit würden damit aktuell 300 Menschen unterstützt.
Aids-Hilfe Hessen: Queere Geflüchtete brauchen Unterstützung
Mario Ferranti, Vorstandsmitglied der Aids-Hilfe Hessen, erklärte laut "Journal Frankfurt", dass der Anteil der queeren Menschen unter Geflüchteten hoch sei und diese Gruppe wegen spezifischer Schwierigkeiten besonders auf Unterstützung angewiesen sei: "Angesichts der Belastungen von Menschen, die aufgrund ihrer Transidentität oder Homosexualität verfolgt wurden, halten wir spezifische Angebote zu deren Unterstützung zudem auch für geboten", so Ferranti.
Kritik kommt auch aus den Reihen des CDU-Koalitionspartners SPD: "Die Entscheidung des CDU-Gesundheitsministeriums zeigt ein erschreckendes Maß an Ignoranz gegenüber den Bedürfnissen queerer Geflüchteter", erklärte Amilio Ludwig-Dinkel, Vorsitzende*r der SPDqueer Hessen-Süd. "Hier wird das Hilfsnetzwerk für besonders schutzbedürftige Menschen aus reinem Sparwillen gefährdet. Wir fordern das Ministerium auf, diese Kürzung zurückzunehmen und die Förderung sicherzustellen." (dk)















